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  • #18 – Sternenstaub-Detektive: Die Milchstraße mit dem Ofenrohr entdecken
    Jun 27 2025
    Einleitung | Ausrüstung und Technik | Was gemessen werden kann | Einschränkungen | Quellenverzeichnis Radioastronomie mit einfachen Mitteln: Die Vermessung der Milchstraße Einleitung Die Vorstellung, unsere Milchstraße mit vergleichsweise einfachen Mitteln zu vermessen, mag zunächst überraschend klingen. Doch im faszinierenden Feld der Radioastronomie ist dies für ambitionierte Hobby-Astronomen tatsächlich realisierbar. Schon mit Komponenten wie einem handelsüblichen DVB-T Stick, einem Stück 3mm Kupferdraht und einem Ofenrohr können beeindruckende Beobachtungen und Messungen durchgeführt werden. [1] Diese Art der Amateur-Radioastronomie bietet eine einzigartige Möglichkeit, grundlegende Aspekte unserer eigenen Galaxis auf eigene Faust zu erkunden. Ausrüstung und Technik Das Herzstück einer solchen Do-It-Yourself-Radioastronomie-Station ist typischerweise ein modifizierter DVB-T Stick. Diese kleinen Geräte, ursprünglich für den Empfang von digitalem Fernsehen konzipiert, können mit spezieller Software (bekannt als SDR – Software Defined Radio) umfunktioniert werden. Sie sind dann in der Lage, ein wesentlich breiteres Spektrum an Radiofrequenzen zu empfangen und zu verarbeiten. [1] Die Antenne für solche Projekte ist oft eine selbstgebaute Hornantenne. Diese kann effektiv aus einem einfachen Ofenrohr und einem 3mm starken Kupferdraht konstruiert werden. Der Kupferdraht dient dabei als Empfangselement (Monopolantenne), das in das Ofenrohr eingeführt wird. Das Ofenrohr selbst agiert als Wellenleiter, der die eintreffenden Radiowellen gezielt bündelt und zum Empfangselement leitet. [3] Diese spezielle Antennenkonfiguration ist besonders gut geeignet, um die charakteristische 21-Zentimeter-Linie des interstellaren Wasserstoffs zu erfassen. Was gemessen werden kann Das primäre Ziel dieser radioastronomischen Beobachtungen ist die Detektion und Analyse der 21-Zentimeter-Linie. Diese spezifische Funkemission entsteht, wenn der Elektronenspin eines neutralen Wasserstoffatoms seine Ausrichtung ändert – ein Prozess, der eine sehr geringe Energiemenge freisetzt. Diese Linie ist eine der fundamentalsten und am häufigsten vorkommenden Signaturen im gesamten Universum. [2] Durch die präzise Messung der Frequenz dieser 21-Zentimeter-Linie können Hobby-Radioastronomen den Dopplereffekt nutzen. Dieser Effekt ermöglicht es, die Radialgeschwindigkeit von Wasserstoffwolken innerhalb der Milchstraße relativ zur Erde zu bestimmen. [2] Aus der Analyse dieser Dopplerverschiebungen lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die Rotationskurve unserer Milchstraße ziehen. Die Form dieser Kurve wiederum gibt Aufschluss über die Verteilung von Materie in unserer Galaxis, einschließlich der Präsenz von Dunkler Materie. Es ist sogar möglich, eine grobe Karte der Spiralstruktur der Milchstraße zu erstellen, indem man die Intensität der 21-Zentimeter-Emission in verschiedenen Himmelsrichtungen misst. [1] Einschränkungen Trotz der beeindruckenden Möglichkeiten, die diese einfache Ausrüstung bietet, sind auch bestimmte Einschränkungen zu beachten. Die Empfindlichkeit und die räumliche Auflösung einer selbstgebauten Anlage sind naturgemäß begrenzt im Vergleich zu professionellen Radioteleskopen von Observatorien. [3] Ein weiteres großes Problem sind Störungen durch terrestrische Quellen. Signale von Mobilfunknetzen, WLAN-Routern, Mikrowellenöfen und anderen elektronischen Geräten können die empfindlichen Messungen erheblich beeinträchtigen. Daher ist ein möglichst störungsarmer Standort für solche Experimente von großem Vorteil. [1] Während eine genaue und detaillierte Vermessung der Milchstraße präzisere Instrumente und komplexe Datenverarbeitung erfordert, sind diese DIY-Projekte für Bildungszwecke, die Demonstration physikalischer Prinzipien und den Lerneffekt von unschätzbarem Wert. Quellenverzeichnis [1] „Amateur Radio Astronomy with RTL-SDR“, Verfügbar unter: https://www.rtl-sdr.com/amateur-radio-astronomy/[2] „The 21cm Hydrogen Line and Galactic Structure“, Verfügbar unter: https://www.astronomy.ohio-state.edu/21cm_line/[3] „DIY Radio Telescopes for Education“, Verfügbar unter: https://www.setileague.org/articles/diyrt.htm Source: https://g.co/gemini/share/651cf5aacf3e
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    8 mins
  • #17 – Sternenstaub-Detektive: Auf der Suche nach Außerirdischer Intelligenz
    Jun 26 2025
    Zum Quellenverzeichnis Einleitung: Die Faszination der Suche Die Frage, ob wir allein im Universum sind, fasziniert die Menschheit seit jeher. Mit der fortschreitenden Technologie rückt die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) auch für ambitionierte Amateure in greifbare Nähe. Dieser Report beleuchtet, wie du mit deinem vorhandenen Equipment und einigen Erweiterungen selbst auf Entdeckungsreise gehen kannst, welche Herausforderungen dich erwarten und wie du die Wissenschaft aktiv unterstützen kannst. Dein Setup: Was ist möglich mit einer 1,2 Meter Satschüssel und umgebauten UHF/VHF Yagi Antennen sowie dem HackRF? Dein bestehendes Setup mit einer 1,2 Meter Satschüssel, umgebauten UHF/VHF Yagi Antennen und dem HackRF ist ein hervorragender Startpunkt für Amateur-SETI-Projekte. Die 1,2 Meter Satschüssel ist ideal für den Empfang im Mikrowellenbereich, insbesondere für die 21-cm-Wasserstofflinie (1420 MHz), die oft als „magische Frequenz“ für interstellare Kommunikation angesehen wird, da Wasserstoff das häufigste Element im Universum ist und diese Frequenz universell bekannt sein könnte [1]. Die umgebauten UHF/VHF Yagi-Antennen sind nützlich für niedrigere Frequenzbereiche, könnten aber für die SETI-Suche nach absichtlichen Signalen weniger relevant sein, da hier Störungen durch terrestrische Quellen stärker sind. Der HackRF ist ein vielseitiger Software Defined Radio (SDR), der einen weiten Frequenzbereich abdeckt und die flexible Verarbeitung von Radiosignalen ermöglicht. Das ist essenziell für die Analyse potenzieller ETI-Signale. Was sollte noch integriert werden und welche Software ist sinnvoll? Um dein Setup zu optimieren, empfehle ich folgende Integrationen: Low-Noise Block-Converter (LNB): Für deine Satschüssel benötigst du einen hochwertigen LNB, der speziell für den Frequenzbereich um 1420 MHz optimiert ist. Dies minimiert das Rauschen und verstärkt schwache Signale.Bandpassfilter: Ein Bandpassfilter für den 1420 MHz Bereich vor dem LNB oder direkt nach dem LNB kann unerwünschte Störungen außerhalb des interessierenden Bandes unterdrücken.Zusätzlicher Vorverstärker: Ein rauscharmen Vorverstärker (Low Noise Amplifier, LNA) direkt nach dem LNB kann die Signalstärke vor der Digitalisierung durch den HackRF verbessern, ohne das Rauschverhältnis wesentlich zu verschlechtern.Computer mit ausreichender Leistung: Die Auswertung von SDR-Daten erfordert erhebliche Rechenleistung. Ein leistungsstarker PC mit ausreichend RAM und schnellem Speicher ist unerlässlich. Für die Software-Seite gibt es ausgezeichnete freie Optionen: SDR-Software (z.B. SDR# oder GQRX): Diese Programme ermöglichen die grundlegende Steuerung deines HackRF, das Abstimmen auf Frequenzen und die Visualisierung des Spektrums. GQRX ist Open Source und auf Linux weit verbreitet.Radio Astronomy Software (z.B. GNU Radio): GNU Radio ist ein mächtiges Framework für Software Defined Radios, das sich hervorragend für komplexere Signalverarbeitung, Filterung und Analyse eignet. Es ist Open Source und bietet eine grafische Oberfläche für die Entwicklung von Signalflussdiagrammen.SETI-spezifische Software: Es gibt Projekte wie SETI@home (auch wenn es nicht mehr aktiv Rohdaten sammelt, war es ein Vorreiter) und andere Initiativen, die auf die Verarbeitung von Radiodaten abzielen. Halte Ausschau nach neuen Open-Source-Projekten im Bereich Amateur-Radioastronomie oder SETI. Software wie die von der Society of Amateur Radio Astronomers (SARA) empfohlenen Tools könnten hilfreich sein [2]. Rohdaten, Datenmengen und Zeitfenster Du wirst hauptsächlich Rohdaten in Form von digitalisierten Radiosignalen sammeln. Diese sind im Wesentlichen Zeitreihen von Amplitude und Phase der empfangenen Wellen in einem bestimmten Frequenzbereich. Die Datenrate kann enorm sein. Wenn du beispielsweise ein Band von 10 MHz bei einer Samplerate von 20 MS/s (Mega Samples pro Sekunde) aufnimmst, erzeugst du sehr schnell Gigabytes an Daten. Ein paar Minuten Aufnahme können bereits mehrere GB beanspruchen. Für kontinuierliche Überwachung über längere Zeiträume (Stunden oder Tage) müsstest du mit Terabytes an Rohdaten rechnen. Die Datenspeicherung und -verarbeitung ist hier eine der größten Herausforderungen für Amateure. Wie können die Daten ausgewertet werden? Die Auswertung der Rohdaten erfordert spezialisierte Techniken, um Muster im Rauschen zu finden: Spektralanalyse: Die Umwandlung der Zeitreihendaten in den Frequenzbereich (mittels Fast Fourier Transformation, FFT) ist der erste Schritt. Hier suchst du nach schmalbandigen, nicht-natürlichen Emissionen, die sich vom breitbandigen Rauschen abheben.Drift-Suche: Potentielle Signale von ETI könnten aufgrund der Relativbewegung zwischen Quelle und Empfänger (Doppler-Effekt) eine Frequenzverschiebung (Drift) aufweisen. Die Software muss in der Lage sein, solche Drifts zu erkennen.Pulssuche: Auch kurzzeitige, pulsierende Signale könnten auf intelligente ...
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    8 mins
  • #16 – Sternenstaub-Detektive: unser Sonnensystem
    Jun 26 2025
    DIY Radioastronomie Podcast – Staffel 2: Planeten im Radiospektrum Willkommen zur zweiten Staffel eures DIY Radioastronomie Podcasts! In dieser Episode tauchen wir in die faszinierende Welt der Radioemissionen unseres Sonnensystems ein. Inhaltsverzeichnis Welche Planeten sind messbar und auf welchen Frequenzen?Warum kann man Signale empfangen und was verursacht sie?Welches Equipment und welche Software ist nötig?Amateur vs. Wissenschaftlicher BetriebWelche Daten fallen an und welchen Umfang haben die Rohdaten?Messdauer und ErkenntnisseGibt es physikalische Besonderheiten?Welche Experimente kann man noch machen?Asteroidengürtel oder Kometen empfangen?Was ist für Einsteiger, was für Profis?Quellenverzeichnis Welche Planeten unseres Sonnensystems sind über ein Radioteleskop oder Antennen messbar? Auf welchen Frequenzen mit welcher Signalstärke kann man was empfangen und wie sind die Messungen zu interpretieren? Von den Planeten unseres Sonnensystems sind insbesondere Jupiter, Saturn und in geringerem Maße Uranus und Neptun gute Radioquellen [1]. Die Erde selbst emittiert ebenfalls Radiosignale, die jedoch hauptsächlich von menschlichen Aktivitäten stammen. Von Merkur, Venus und Mars sind keine natürlichen Radioemissionen in messbaren Stärken bekannt, die für die Radioastronomie von Interesse wären. Jupiter ist der bei weitem stärkste natürliche Radiostrahler unter den Planeten. Seine Emissionen lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: Dekametrische Emissionen (DAM): Diese treten im Frequenzbereich von etwa 5 bis 40 MHz auf [2]. Sie sind sehr stark und können die Sättigungsgrenze von Radioempfängern erreichen. Die Messungen werden typischerweise als „Burst“-Ereignisse interpretiert, da sie oft kurz und intensiv sind. Diese Emissionen stehen in engem Zusammenhang mit Jupiters Mond Io, der wie ein Dynamo im Magnetfeld des Jupiters wirkt [1, 2]. Die empfangbaren Signalstärken können Zehntausende von Janskys erreichen, weit über dem Rauschen des Hintergrunds.Dezimetrische Emissionen (DIM): Diese finden im Frequenzbereich von etwa 300 MHz bis 5 GHz statt [2]. Diese Emissionen sind thermischen Ursprungs und werden durch Synchrotronstrahlung von Elektronen im Jupiter-Magnetfeld erzeugt. Sie sind kontinuierlicher und schwächer als die dekametrischen Emissionen und erfordern empfindlichere Ausrüstung. Saturn emittiert ebenfalls Radioemissionen, die jedoch wesentlich schwächer sind als die des Jupiters. Die Radioemissionen des Saturns werden hauptsächlich im Bereich von 100 kHz bis etwa 1.2 MHz beobachtet [3], können sich aber bis in den MHz-Bereich erstrecken. Sie sind oft mit Polarlichtern verbunden, ähnlich wie bei der Erde und dem Jupiter. Für den Empfang sind größere Antennen und empfindlichere Empfänger erforderlich. Uranus und Neptun: Auch diese Eisriesen emittieren Radiowellen, die jedoch extrem schwach sind und nur mit sehr großen professionellen Radioteleskopen nachgewiesen werden können [1]. Ihre Emissionen sind ebenfalls mit ihren Magnetfeldern und Polarlichtern assoziiert. Die Interpretation der Messungen beinhaltet oft die Analyse von Frequenzverschiebungen, Intensitätsschwankungen und Polarisationsmustern. Diese Daten geben Aufschluss über die Magnetfelder der Planeten, ihre Ionosphären, und die Wechselwirkungen mit ihren Monden und dem Sonnenwind. [Zum Inhaltsverzeichnis] Warum kann man überhaupt etwas von Planeten im Radiospektrum empfangen? Was verursacht diese Signale? Man kann überhaupt etwas von Planeten im Radiospektrum empfangen, weil bestimmte physikalische Prozesse in ihren Atmosphären und Magnetosphären Radiowellen erzeugen. Die Hauptursachen für diese Signale sind: Synchrotronstrahlung: Dies ist der dominierende Mechanismus für die starken dezimetrischen Emissionen von Jupiter und auch für die Radiostrahlung anderer Gasriesen. Geladene Teilchen (hauptsächlich Elektronen) werden in den starken Magnetfeldern der Planeten auf spiralförmige Bahnen gezwungen und dabei stark beschleunigt [1, 4]. Diese Beschleunigung führt zur Emission von Radiowellen. Je stärker das Magnetfeld und je schneller die Elektronen, desto höher die Frequenz und Intensität der Strahlung.Zyklotron-Maser-Emission (CME): Dies ist der Hauptmechanismus für die dekametrischen Emissionen Jupiters und die Emissionen Saturns. Hochenergetische Elektronen, die entlang der Magnetfeldlinien der Planeten wandern, werden durch bestimmte Bedingungen (z.B. Wechselwirkung mit Plasma oder Monden wie Io) verstärkt und erzeugen eine kohärente Radiostrahlung [1, 2]. Dieser Effekt ist vergleichbar mit einem Laser, der Licht erzeugt, nur dass hier Radiowellen statt sichtbaren Lichts erzeugt werden. Die Emission ist oft sehr direktional.Thermische Emission: Jeder Körper, der eine Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts hat, emittiert Wärmestrahlung (Bremsstrahlung). Planeten mit warmen Atmosphären oder Oberflächen emittieren daher auch schwache Radiowellen aufgrund der ...
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  • #15 – Sternenstaub-Detektive: künstliche Objekte
    Jun 25 2025
    Künstliche Objekte am Sternenhimmel: Ein Leitfaden für DIY-Radioteleskope Einleitung: Das Universum im Eigenbau empfangen Die Amateur-Radioastronomie bietet eine einzigartige und faszinierende Möglichkeit, das Universum zu erkunden. Über die Beobachtung natürlicher Radioquellen hinaus ermöglicht sie es Enthusiasten, Signale von künstlichen Objekten im Weltraum mit selbstgebauter Ausrüstung zu empfangen und auszuwerten. Diese Disziplin verbindet die Leidenschaft für Astronomie mit praktischen Ingenieursfähigkeiten und bietet eine direkte, dynamische Verbindung zu aktuellen Raumfahrtmissionen und technologischen Errungenschaften. Es handelt sich um ein intellektuell lohnendes Unterfangen, das zu einzigartigen Beobachtungen und einem tiefen Verständnis der Raumfahrt führen kann. Die Möglichkeit, sophisticated space communication reception zu betreiben, ist nicht länger ausschließlich großen, gut finanzierten Institutionen vorbehalten. Der Zugang zu Technologie hat sich erheblich demokratisiert. Beispielsweise wurde der Amateurfunksatellit OSCAR 10 mit handelsüblichen Komponenten gebaut.[1] Ein grundlegendes System, das einen Personal Computer nutzt, kann bereits für wenige hundert US-Dollar zusammengestellt werden.[2] Darüber hinaus nutzen Softwarelösungen wie WXtoImg die 16-Bit-Abtastfähigkeiten von Soundkarten, um eine bessere Dekodierung zu ermöglichen, als dies mit teurer, speziell entwickelter Hardware möglich wäre.[3] Die Verbreitung erschwinglicher Software Defined Radios (SDRs) wie dem RTL-SDR [4] senkt die Einstiegshürde weiter. Diese Entwicklung zeigt, dass die Schwelle für die Teilnahme an der Weltraumkommunikation und die Beobachtung des Weltraums erheblich niedriger ist, als gemeinhin angenommen. Der vorliegende Leitfaden zielt darauf ab, praktische Schritte aufzuzeigen, wie diese Zugänglichkeit genutzt werden kann, um mit DIY-Setups greifbare Ergebnisse zu erzielen. Grundlagen des Amateurfunk-Radioastronomie-Empfangs Ein DIY-Radioteleskop setzt sich typischerweise aus mehreren Schlüsselkomponenten zusammen. Dazu gehören eine Antenne zum Auffangen der Radiowellen, ein Empfänger – häufig ein Software Defined Radio (SDR) – zur Umwandlung der analogen Radiosignale in digitale Daten, ein Computer zur Signalverarbeitung und schließlich spezialisierte Software zur Dekodierung und Visualisierung der empfangenen Informationen.[5] Für den erfolgreichen Empfang sind mehrere technische Konzepte von grundlegender Bedeutung: Frequenzbereiche: Künstliche Objekte senden in spezifischen Frequenzbändern. Wettersatelliten nutzen beispielsweise das 137 MHz-Band [6][7], während Tiefraumsonden oft im S-Band (2.2-2.9 GHz) und X-Band (8.4-8.5 GHz) senden.[8] Diese höheren Frequenzen ermöglichen in der Regel höhere Datenraten und sind weniger anfällig für Störungen.[9] Die Auswahl der Antenne und des Empfängers muss präzise auf den Frequenzbereich des Zielobjekts abgestimmt sein, um optimale Ergebnisse zu erzielen.Modulation: Die Art und Weise, wie Informationen auf die Funkwelle aufmoduliert werden, variiert stark. Signale können analog moduliert sein, wie beispielsweise das Automatic Picture Transmission (APT)-Format von Wettersatelliten [2][7], oder digital, wie AX.25 oder PSK-31, die bei Amateurfunksatelliten zum Einsatz kommen.[1] Das Verständnis der jeweiligen Modulation ist für die korrekte Dekodierung der empfangenen Daten unerlässlich.Rauschen (Noise): Das allgegenwärtige Hintergrundrauschen stellt eine der größten Herausforderungen in der Radioastronomie dar. Es kann sowohl von terrestrischen Quellen, wie beispielsweise von Menschen verursachten Störungen [9], als auch von kosmischen Ursprüngen herrühren, wie dem von Karl Jansky entdeckten „Hiss“.[10] Die Fähigkeit, schwache Signale aus diesem Rauschen herauszufiltern und zu verstärken, ist der Kern der Empfangstechnik. Radioastronomen verwenden die Systemrauschtemperatur ($T_s$) als ein praktisches Maß für die Rauschleistung pro Bandbreite.[10] Der Aufbau eines DIY-Radioteleskops ist eine Übung in der Systemintegration. Die vorliegenden Informationen zeigen, dass ein erfolgreicher Empfang nicht von einer einzelnen Komponente abhängt, sondern von einer sorgfältig aufeinander abgestimmten Kette von Geräten. Für den Tiefraumempfang ist beispielsweise eine Kombination aus Schüssel, Feed, rauscharmer Verstärker (LNA) und Downconverter erforderlich.[8] Ein Heimbausystem kann eine TV-Schüssel, einen Signalstärken-Detektor, eine Schnittstelle, eine Soundkarte und Software umfassen.[5] Die Diskussion über Rauschen und dessen Einfluss auf die Signalerkennung unterstreicht, dass jeder Teil des Systems, von der Antenne bis zur Software, zur Gesamtleistung beiträgt.[10] Dies erfordert ein ganzheitliches Denken über das eigene Setup und das Verständnis, wie jede Komponente interagiert und zur endgültigen Signalqualität beiträgt, anstatt sich nur auf einzelne Teile zu konzentrieren. Dieser...
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  • #14 – Sternenstaub-Detektive: Exoplaneten
    Jun 25 2025
    Radioastronomie bei der Suche nach Exoplaneten und Elementaren Signaturen: Fähigkeiten, Grenzen und der Beitrag von Amateuren Abstract: Dieser Bericht bietet eine eingehende Analyse der Rolle der Radioastronomie bei der Detektion von Exoplaneten und der Identifizierung elementarer und molekularer Zusammensetzungen im Weltraum, im Vergleich zur optischen Astronomie. Er beschreibt die spezifischen Elemente und Moleküle, die über Radiospektrallinien nachweisbar sind, bewertet die aktuellen Fähigkeiten und bestätigten Messungen in der Amateur-Radioastronomie und skizziert die technischen Anforderungen und die notwendige Software für solche Unternehmungen. Des Weiteren beleuchtet der Bericht die Grenzen und Überschneidungen zwischen optischen und radioastronomischen Methoden und untersucht kritisch zukünftige Trends, insbesondere den transformativen Einfluss KI-gestützter Datenanalysen, einschließlich des Potenzials für den Zugang von Amateuren zu professionellen Rohdaten und fortschrittlichen Computerwerkzeugen. Inhaltsverzeichnis I. Einführung in die Radioastronomie und Spektralliniendetektion 1.1 Grundlegende Prinzipien der Radiospektroskopie1.2 Nachweisbare Elemente und Moleküle in der Radioastronomie II. Amateur-Radioastronomie: Fähigkeiten, Ausrüstung und Software 2.1 Amateur-Entdeckungen und bestätigte Messungen2.2 Technische Anforderungen und Software für den Amateur-Nachweis von Elementen/Atmosphären HardwareSoftwareTechnische Anforderungen und praktische Überlegungen für Amateure III. Optische vs. Radioastronomie: Komplementäre Ansätze 3.1 Stärken der optischen Astronomie bei der Exoplaneten-Charakterisierung3.2 Einzigartige Beiträge der Radioastronomie3.3 Überschneidungsbereiche und Synergien IV. Die Zukunft der Radioastronomie und KI-Integration 4.1 Fortschritte in der professionellen Radioastronomie4.2 Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Datenanalyse4.3 Amateur-Zugang zu Rohdaten und KI-Tools V. FazitVI. Quellenverzeichnis I. Einführung in die Radioastronomie und Spektralliniendetektion 1.1 Grundlegende Prinzipien der Radiospektroskopie Die Radioastronomie nutzt elektromagnetische Strahlung im Radiofrequenzspektrum, typischerweise im Bereich von etwa 20 MHz bis 300 GHz, um Himmelsobjekte zu untersuchen.[1] Dieser Ansatz bietet einen entscheidenden Vorteil, indem er ein einzigartiges Fenster zu kosmischen Phänomenen öffnet, die bei anderen Wellenlängen oft verdeckt oder unsichtbar sind. Spektrallinien, die schmale Emissions- oder Absorptionsmerkmale im Radiospektrum darstellen, sind von zentraler Bedeutung für diese Disziplin. Diese Linien entstehen aus intrinsisch quantenmechanischen Phänomenen: Übergängen zwischen diskreten Energieniveaus innerhalb von Atomen und Molekülen.[2] Im Gegensatz zu idealisierten Wellen ist elektromagnetische Strahlung in Photonen quantisiert, und nur spezifische, diskrete Energiewerte ermöglichen stabile Quantenzustände, was zu Spektrallinien bei definierten, charakteristischen Frequenzen führt.[2] Die präzisen „Ruhefrequenzen“ dieser Spektrallinien fungieren als einzigartige chemische Fingerabdrücke, die es Astronomen ermöglichen, die spezifischen Atome und Moleküle in fernen kosmischen Umgebungen eindeutig zu identifizieren.[2][3] Über die Identifizierung hinaus liefert die Analyse von Spektrallinien entscheidende astrophysikalische Diagnosen. Doppler-Verschiebungen, also Änderungen der beobachteten Frequenz aufgrund der Radialgeschwindigkeit zwischen Quelle und Beobachter, ermöglichen die präzise Messung von Radialgeschwindigkeiten, galaktischen Rotationskurven und sogar den Hubble-Distanzen extragalaktischer Quellen.[2][4] Darüber hinaus kann die beobachtete Breite dieser Spektrallinien physikalische Bedingungen innerhalb des emittierenden oder absorbierenden Gases aufzeigen, wie die kinetische Temperatur (thermische Verbreiterung), turbulente Geschwindigkeiten und die Teilchendichte (Druckverbreiterung).[2][4] Die Fähigkeit, chemische Spezies anhand ihrer einzigartigen spektralen „Fingerabdrücke“ zu identifizieren, ist ein grundlegendes Prinzip, das alle Bereiche der Astronomie durchdringt, sei es die Optik, das Infrarot oder die Radioastronomie.[3] Der Unterschied zwischen diesen Feldern liegt nicht im zugrunde liegenden Prinzip, sondern in den spezifischen Arten von Quantenübergängen, die beobachtet werden (z. B. elektronische Übergänge für optisches/UV-Licht, Rotations- und Vibrationsübergänge für Infrarot/Radio), und den jeweiligen physikalischen Bedingungen (wie Temperatur und Dichte), die Emission oder Absorption in verschiedenen elektromagnetischen Bereichen begünstigen. Dies unterstreicht eine tiefgreifende Einheit in der astronomischen Methodik trotz unterschiedlicher Beobachtungstechniken. Ein Atom oder Molekül absorbiert und emittiert Licht auf eine einzigartige Weise, die von seiner Größe und der Wechselwirkung der Elektronen mit dem Kern abhängt. Diese „...
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    7 mins
  • #13 – Sternenstaub-Detektive: Sonne
    Jun 25 2025
    DIY Radioastronomie Podcast: Sternenstaub-Detektive – Die Sonne im Radioblick Willkommen zur zweiten Staffel der „Sternenstaub-Detektive“, in der wir uns der aufregenden Welt der Radioastronomie zuwenden, speziell der Beobachtung unserer Sonne mit selbstgebautem Equipment. Dieser Report bietet dir einen umfassenden Überblick über die nötige Ausrüstung, Frequenzbereiche, wissenschaftliche Einblicke und wie du als Hobby-Astronom die Forschung unterstützen kannst. 1. Benötigtes Equipment für Hobby-Radioastronomen Der Einstieg in die Radioastronomie muss nicht teuer sein. Mit etwas Geschick lassen sich aus einfachen Bauteilen und Amateurfunk-Technik leistungsfähige Radioteleskope bauen. 1.1 Das Minimum, das du brauchst: SDR-Stick (Software-Defined Radio): Ein RTL-SDR USB-Dongle ist die Basis. Dieser wandelt die empfangenen Funksignale in digitale Daten um, die dein Computer verarbeiten kann.Antenne: Eine einfache Dipolantenne ist ein guter Start. Alternativ kann eine umgebaute Satellitenschüssel mit einem LNB (Low Noise Block Converter) verwendet werden, um höhere Frequenzen zu empfangen.Computer: Ein Standard-PC oder Laptop ist ausreichend für die Datenerfassung und erste Analysen.Koaxialkabel und Adapter: Zur Verbindung der Antenne mit dem SDR-Stick. 1.2 Empfohlene Erweiterungen und DIY-Radioteleskope: LNA (Low Noise Amplifier): Ein rauscharmer Verstärker verbessert die Signalstärke schwacher Signale erheblich.Bandpassfilter: Hilft, unerwünschte Störsignale außerhalb des interessierenden Frequenzbereichs zu unterdrücken.DIY-Antennen: Dipolantenne: Einfach aus Draht oder Aluminiumrohren zu bauen, ideal für Frequenzen um 20 MHz (z.B. für das Radio Jove Projekt).Hornantenne: Kann aus Schaumstoffplatten und Alufolie selbst gebaut werden und eignet sich für breitere Frequenzbereiche.Parabolantenne (Satellitenschüssel): Eine alte Satellitenschüssel lässt sich hervorragend als Reflektor für höhere Frequenzen (z.B. 2,4 GHz oder 12 GHz mit LNB) zweckentfremden. Durch Modifikationen lässt sie sich auch für niedrigere Frequenzen anpassen.Yagi-Antenne: Eine Richtantenne, die gute Leistung in spezifischen Frequenzbereichen bietet, z.B. für die 1420-MHz-Wasserstofflinie, aber auch für solare Emissionen nutzbar. 2. Frequenzbereiche und Rückschlüsse Die Sonne sendet über ein breites Spektrum von Radiofrequenzen. Für bodengestützte Radioastronomie sind wir jedoch durch die Ionosphäre der Erde begrenzt, die Frequenzen unter etwa 10-15 MHz reflektiert. 2.1 Wichtige Frequenzbereiche für die Sonnenbeobachtung: 20-60 MHz (HF/VHF): Dieser Bereich ist besonders interessant für die Beobachtung von solaren Radiobursts (SRBs), insbesondere Typ-III-Bursts. Projekte wie Radio Jove arbeiten bei 20 MHz. Typ I: Schmalbandig, 80-200 MHz, oft mit aktiven Regionen verbunden.Typ II: Breitbandig, 10-100 MHz, assoziiert mit koronalen Massenauswürfen (CMEs) und Schockwellen. Zeigen einen langsamen Frequenzdrift von hoch nach niedrig.Typ III: Breitbandig, 10 kHz – 1 GHz, kurzlebig, durch Elektronenschwärme ausgelöst. Zeigen einen schnellen Frequenzdrift. Am leichtesten für Amateure zu detektieren.Typ IV: Breitbandig, 20 MHz – 2 GHz, langlebig, oft nach CMEs und Flares.Typ V: Glattes Kontinuum, 10-200 MHz, folgt manchmal Typ-III-Bursts. 136 MHz / 228 MHz: Einige Amateur-Setups nutzen diese Frequenzen für solare Radiofluss- und Burst-Messungen.VLF (Very Low Frequency, z.B. 21.4 – 25.2 kHz): Hier wird nicht die Sonne direkt gemessen, sondern indirekt Sudden Ionospheric Disturbances (SIDs), die durch Röntgen- und UV-Strahlung von Sonneneruptionen verursacht werden und die Ionosphäre beeinflussen. Man überwacht dabei die Feldstärke weit entfernter VLF-Sender.2800 MHz (10.7 cm): Dies ist eine wichtige Frequenz für professionelle Observatorien zur Messung des solaren Radioflusses (F10.7-Index), der ein guter Indikator für die allgemeine Sonnenaktivität und die Temperatur der Korona ist. Für Amateure mit DIY-Equipment ist dieser Bereich oft schwieriger zu erreichen. 2.2 Wissenschaftliche Rückschlüsse: Anhand der Frequenz, Intensität und Dauer der Radiostrahlung können Rückschlüsse auf die Prozesse in der Sonnenatmosphäre gezogen werden. Radiobursts geben Aufschluss über Energiefreisetzungsprozesse bei Sonneneruptionen, die Bewegung schneller Elektronen und Schockwellen. Der F10.7-Index korreliert mit der Anzahl der Sonnenflecken und der solaren UV-Strahlung und hilft, die Sonnenaktivität zu verfolgen. 3. Wissenschaftlicher Stand und offene Fragen Die Sonnenphysik ist ein hochaktives Forschungsfeld, und auch wenn vieles erklärt ist, gibt es noch fundamentale Rätsel zu lösen. 3.1 Erklärte Phänomene: Die grundlegende Physik von Sonneneruptionen und koronalen Massenauswürfen ist verstanden.Die Klassifizierung von solaren Radiobursts und deren Zusammenhang mit anderen solaren Ereignissen ist etabliert.Der Zusammenhang zwischen solarem Radiofluss und der Sonnenaktivität ist ...
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  • #12 – Sternenstaub-Detektive: Jupiter
    Jun 25 2025
    Radiosternwarte im Eigenbau: Jupiter-Emissionen für Sternenstaub-Detektive Inhaltsverzeichnis 1. Einführung: Jupiter als Radiosender – Das Unsichtbare hören2. Das notwendige Equipment: Dein DIY-Radioteleskop für Jupiter Antennen für Jupiter (bevorzugt DIY)SDR-Receiver (Software-Defined Radio) 3. Frequenzbereiche und wissenschaftliche Rückschlüsse Jupiters RadioemissionenWas man anhand der Frequenzen lernen kannWissenschaftlich geklärt vs. offene Fragen 4. Software für Datenerfassung und -analyse (bevorzugt Open Source) Erfassung und VisualisierungVorhersage-Tools 5. Herausforderungen und Fallstricke im Amateurfunk Radiofrequenz-Interferenzen (RFI)Ionosphärische EffekteAntennenplatzierung und -ausrichtung 6. Amateure unterstützen die Wissenschaft: Citizen Science Beiträge zur Jupiter-ForschungGemeinschaft und DatenzugangVergleich Amateur vs. Professionelle RadioastronomieRechenleistung für die DatenverarbeitungWas noch nicht geht und sehnlichst erwartet wird SchlussfolgerungenQuellen 1. Einführung: Jupiter als Radiosender – Das Unsichtbare hören Die Radioastronomie eröffnet eine faszinierende Möglichkeit, den Kosmos zu erkunden, die über die Grenzen der traditionellen optischen Astronomie hinausgeht. Im Gegensatz zur visuellen Sternenbeobachtung ist die Radioastronomie unabhängig von klarem Himmel, Dunkelheit oder Wetterbedingungen.[1] Dies bietet einen einzigartigen Vorteil für Hobbyastronomen, da sie so eine Dimension des Universums erforschen können, die optischen Teleskopen verborgen bleibt.[1] Diese Eigenschaft, die üblichen Einschränkungen der visuellen Himmelsbeobachtung zu umgehen, macht die Radioastronomie besonders reizvoll und zugänglich für Enthusiasten, die sich dem Universum auf eine neue Art nähern möchten. Es ist eine Möglichkeit, das Unsichtbare zu „sehen“ und zu „hören“, was die Faszination für das Universum vertieft. Jupiter ist ein besonders lohnendes Ziel für Radioastronomen. Der Gasriese erzeugt aufgrund komplexer Wechselwirkungen zwischen seinem mächtigen Magnetfeld und seinem innersten Mond Io auffällige, knackende Radiosignale.[1], [2] Tatsächlich ist Jupiter, abgesehen von der Sonne, der lauteste Radiosender in unserem Sonnensystem.[3], [2] Diese charakteristischen „Radiostürme“ sind für Amateure mit relativ einfacher Ausrüstung hörbar.[1], [4] Die Entdeckung der Radiostrahlung von Jupiter im Jahr 1955 durch Bernard Burke und Kenneth Franklin, die bei einer Frequenz von 22 MHz erfolgte, lieferte die erste definitive Evidenz für Jupiters Magnetfeld.[5], [2] Es ist bemerkenswert, dass diese bahnbrechende Entdeckung in einem Frequenzbereich stattfand, der auch heute noch für Amateurfunkgeräte und Kurzwellenempfänger zugänglich ist. Dies verbindet die heutigen Hobbyaktivitäten direkt mit den Anfängen der Radioastronomie und zeigt, dass auch mit bescheidener Ausrüstung bedeutende Beobachtungen möglich sind. Neben diesen intermittierenden decametrischen Emissionen sendet Jupiter auch eine stetige Radioemission bei kürzeren (dezimetrischen) Wellenlängen aus.[2], [2] Ein großer Reiz der Radioastronomie liegt in der Möglichkeit, ein eigenes Radioteleskop mit einfachen Werkzeugen zu bauen und so direkt in diese faszinierende Wissenschaft einzutauchen.[1] Amateure können durch ihre Beobachtungen aktiv zum wissenschaftlichen Verständnis von Jupiters Magnetosphäre und seinen Auroras beitragen.[1] 2. Das notwendige Equipment: Dein DIY-Radioteleskop für Jupiter Der Einstieg in die Radioastronomie des Jupiters erfordert eine überschaubare Grundausstattung, die für viele Hobbyisten erschwinglich und im Eigenbau realisierbar ist. Die Kernkomponenten umfassen eine Antenne zum Auffangen der Radiowellen, einen Software-Defined Radio (SDR) Receiver zur Digitalisierung der Signale, einen Computer mit geeigneter Software zur Analyse und Visualisierung sowie die notwendigen Kabel und Adapter zur Verbindung der Komponenten.[1], [6] Ein optionaler, aber oft empfohlener Zusatz ist ein rauscharmes Verstärkermodul (Low-Noise Amplifier, LNA), um schwache Signale zu verstärken und die Detektion von Quellen wie der Milchstraße zu erleichtern.[1] Es ist jedoch Vorsicht geboten: Breitband-Transistor-Preamps, die oft sehr günstig sind (unter 20 US-Dollar), können mehr Probleme wie Intermodulationsprodukte und Desensibilisierung verursachen, als sie lösen. Stattdessen wird ein Preselector empfohlen, ein abgestimmter Schaltkreis vor dem Verstärker, der nur den gewünschten Frequenzbereich durchlässt und so die Empfindlichkeit gegenüber den kosmischen Signalen erhöht, während starke lokale Störungen unterdrückt werden.[7] Antennen für Jupiter (bevorzugt DIY) Für die Beobachtung von Jupiter ist die Antenne das Herzstück des Setups. Jupiters Radioemissionen können von der Erde aus auf Frequenzen von etwa 14 bis 38 MHz empfangen werden.[2], [7], [8], [9] Für die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit wird ein Bereich zwischen 18 und ...
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    10 mins
  • #11 – Sternenstaub-Detektive: Pulsare
    Jun 25 2025
    DIY Radioteleskop für Pulsare: Ein Leitfaden für Selbermacher Die Identifizierung von Pulsaren mit einem selbstgebauten Radioteleskop und SDR-Technik ist ein faszinierendes, aber auch anspruchsvolles Projekt. Dieser Leitfaden beleuchtet die technischen Anforderungen, notwendige Bauelemente, geeignete Software und die Herausforderungen, die es zu meistern gilt. 1. Einleitung Pulsare, schnell rotierende Neutronensterne, senden gebündelte Radiowellen ins All, die auf der Erde als periodische Pulse empfangen werden können. Ihre Signale sind extrem schwach und erfordern präzise Technik und sorgfältige Datenverarbeitung. Mit der richtigen Ausrüstung und viel Geduld ist eine Detektion aber auch für ambitionierte Amateure möglich. — 2. Technische Anforderungen 2.1 Antennenschüssel (Dish) Die Größe der Antennenschüssel ist entscheidend für die Sammelleistung des Teleskops. Je größer der Durchmesser, desto mehr Signal kann gesammelt werden und desto besser ist das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR). **Einsteiger:** Für erste Versuche mit stärkeren Pulsaren sollten Sie eine Schüssel mit einem **Mindestdurchmesser von 3 Metern** anstreben [1, 2]. Eine umgebaute Satellitenschüssel oder eine Eigenkonstruktion aus Metallgitter sind hier Optionen.**Fortgeschritten/Wissenschaftlich nutzbar:** Um zuverlässiger Pulsare zu detektieren und auch schwächere Signale erfassen zu können, sind Schüsseln von **3,5 bis 6 Metern** Durchmesser empfehlenswert. Professionelle Radioteleskope verwenden deutlich größere Anlagen (z.B. 30m) [1].**Frequenz:** Eine gängige Frequenz für die Radioastronomie ist die **21-cm-Wasserstofflinie bei 1420 MHz** [1, 2]. Es gibt aber auch Pulsare, die bei niedrigeren Frequenzen (z.B. 422 MHz oder 608-611 MHz) beobachtet werden können [2], was unter Umständen kleinere oder einfachere Antennenstrukturen wie große Yagi-Antennen ermöglicht [4]. 2.2 SDR-Empfindlichkeit (Noise Figure, NF) Die Empfindlichkeit des Software Defined Radios (SDR) wird maßgeblich durch seine Rauschzahl (Noise Figure, NF) und die Systemrauschtemperatur (Tsys) beeinflusst. Eine niedrige Rauschzahl ist entscheidend. **RTL-SDR:** Diese kostengünstigen USB-Sticks sind als fähig für Pulsardetektion erwähnt [1, 2, 3, 4, 5]. Sie haben eine typische NF von ca. **3,5 dB bis 6,7 dB** (gemessen) [3].**SDRplay RSP1A:** Bietet eine bessere Leistung und eine höhere Auflösung (14-Bit-ADC) [7].**HackRF One:** Hat eine NF von ca. **8,9 dB (ohne externen LNA)** [6].**USRP B210:** Verfügt über einen 12-Bit-ADC und bis zu 56 MHz Bandbreite [3]. Wichtig ist, dass die **Gesamtrauschtemperatur des Systems (Tsys)** so niedrig wie möglich ist. Ein professionelles 30m-Teleskop hatte eine Tsys von etwa 110°K. Das Ziel für Amateure ist, diesen Wert durch Optimierung (insbesondere des LNAs) deutlich zu senken, z.B. auf 50°K, was das SNR erheblich verbessert [1]. — 3. Weitere Bauelemente zur Signalverstärkung und Empfindlichkeitserhöhung Um das extrem schwache Pulsarsignal aus dem Hintergrundrauschen herauszufiltern, sind zusätzliche Komponenten unerlässlich. **Low Noise Amplifier (LNA):** Ein entscheidendes Element! Der LNA muss **direkt am Antennenfeed** platziert werden, um das schwache Signal sofort nach dem Empfang zu verstärken, bevor es durch das Koaxialkabel Rauschen aufnimmt [8]. **Anforderungen:** Eine Rauschzahl von **< 1 dB** und eine Verstärkung von **15-20 dB** sind ideal [8].**Empfehlungen:** Komponenten wie der **PGA-103+** oder **PSA-5043+** (Minicircuits) sind beliebte Basis für DIY-LNAs [8]. Fertige Module wie der **NooElec SAWBird+ H1** (speziell für 1420 MHz) [9] oder der **GPIO Labs Hydrogen Line Pre-filtered LNA** sind ebenfalls sehr gut geeignet und oft bereits mit integrierten Filtern versehen. **Bandpassfilter:** Unabdingbar, um starke Interferenzen außerhalb des gewünschten Frequenzbandes (z.B. von Mobilfunkmasten, WLAN) zu unterdrücken, die den LNA übersteuern könnten. Platzierung idealerweise **vor dem LNA** [8].**Bias-Tee:** Ermöglicht die Stromversorgung des LNAs über dasselbe Koaxialkabel, das auch das Signal zum SDR leitet. Viele moderne SDRs (z.B. RTL-SDR Blog V3, SDRplay RSP1A) haben einen **integrierten Bias-Tee** [8].**Feedhorn (Speisehorn):** Die Komponente, die das Signal von der Parabolspiegeloberfläche sammelt und zum LNA leitet. Für 1420 MHz sind zylindrische Hohlleiter-Feedhorns oder Helix-Antennen beliebte DIY-Optionen.**Koaxialkabel:** Zwischen LNA und SDR sollte ein **kurzes, hochwertiges Koaxialkabel** (geringe Dämpfung, z.B. RG-58, RG-213 oder LMR-400) verwendet werden.**USB-Verlängerung:** Für längere Distanzen zwischen SDR und Computer ist ein **hochwertiges, abgeschirmtes USB 3.0 Verlängerungskabel** empfehlenswert, um Datenverlust und Rauschen zu vermeiden.**Stromversorgung:** Der LNA benötigt eine stabile Gleichstromversorgung (typischerweise 3.3V-5V). — 4. Geeignete SDR-Geräte und Zwischenelemente Die Auswahl des SDRs hängt ...
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