#99 - Mensch oder Maschine - Warum wir bald beweisen müssen, dass wir echt sind
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Sind wir noch echt oder telefoniert ihr schon mit unserem Avatar? In Folge 99 von Mind / Machine diskutieren Manuela Machner und Eliot Mannoia über die verschwimmenden Grenzen zwischen menschlicher Interaktion und KI-Systemen.
Es wird eng für die klassische "Ich bin ein Mensch"-Bestätigung im Internet. Captchas werden von Agenten gelöst und am Telefon ist oft nicht mehr klar, ob eine KI oder eine echte Person abhebt. Manuela und Eliot widmen sich der Frage, wie wir in Zukunft unsere Echtheit beweisen – und ob das überhaupt noch jemand will.
Dabei geht es nicht um theoretische Zukunftsmusik, sondern um knallharte Alltagssituationen. Wenn Callcenter-Mitarbeiter absichtlich Fehler machen müssen, um nicht für Bots gehalten zu werden, läuft etwas schief.
1. Das "Reverse Turing Test" PhänomenFrüher mussten Maschinen beweisen, dass sie denken können. Heute müssen Menschen beweisen, dass sie keine Maschinen sind. Eliot bringt ein spannendes Beispiel: Kunden im Callcenter sind oft genervt, weil sie glauben, mit einer KI zu sprechen. Die absurde Lösung? Mitarbeiter bauen bewusst "Ähms" und kleine Fehler ein, um menschlich zu wirken. Paradoxerweise trainieren wir KI-Systeme gleichzeitig darauf, genau diese Unzulänglichkeiten zu imitieren.
2. Manuelas KI-Telefonassistent im HärtetestManuela erzählt eine Anekdote aus dem Supermarkt. Ein Anrufer zitiert Latein und legt auf, weil er glaubt, mit Manuelas KI-Stimme zu sprechen – dabei war sie selbst am Apparat. Die Verwirrung ist komplett: Menschen halten echte Menschen für KIs und KIs für Menschen. Das führt zu skurrilen Situationen im Geschäftsalltag.
3. Das Hochstapler-Syndrom 2.0Wenn die KI 50 Prozent deiner Arbeit erledigt: Hast du es dann noch selbst gemacht? Wir diskutieren über das "Imposter-Syndrom" im KI-Zeitalter. Als Expertin oder Experte verkaufst du nicht mehr nur den Output (den kann die KI auch liefern), sondern die Verantwortung, die Strategie und die Erfahrung aus gescheiterten Projekten. KI liefert Theorie – Menschen liefern die Praxisrelevanz.
4. Kennzeichnungspflicht und das "Freie Internet"Brauchen wir einen digitalen Ausweis? Die EU fordert Kennzeichnungspflicht für KI, aber wie sieht das in der Realität aus? Wir sprechen über die Balance zwischen Anonymität (Schutz der Privatsphäre) und der Notwendigkeit, in sozialen Medien mit Klarnamen für das einzustehen, was man sagt.
Der menschliche Faktor als Premium-Feature: In einer Welt voller generierter Inhalte wird der persönliche Kontakt zum Luxusgut. Deine Kunden zahlen für deine Einschätzung und dein "Geradestehen" für eine Lösung, nicht nur für die Erstellung.
Fehlerkultur als Echtheitsbeweis: Perfektion wirkt mittlerweile verdächtig. Zeig Ecken und Kanten. Erzähl auch von Projekten, die nicht funktioniert haben. Das sind Daten, die der KI oft fehlen, weil meistens nur Erfolgsgeschichten publiziert werden.
Transparenz schafft Vertrauen: Wenn du KI einsetzt (wie einen Telefon-Bot), kommuniziere das klar. Kunden akzeptieren Technik, wenn sie wissen, woran sie sind. Sie hassen es, getäuscht zu werden.
"Ich habe immer das Gefühl, ich muss beweisen, dass ich das eh selber mit der KI gemacht habe. Mein Kunde zahlt ja nicht für etwas, was eine Maschine rausgeschmissen hat." – Manuela Machner
"Wir trainieren sehr hart, dass es keine Lückenbüßer in den Texten gibt. Und die KI tut alles, damit sie wie ein echter Mensch klingt, mit Macken und Fehlern. Das wird immer schwieriger zu unterscheiden." – Eliot Mannoia
Du willst wissen, wie du KI konkret in deinem Tourismus- oder KMU-Betrieb einsetzt, ohne die menschliche Note zu verlieren?
Web: www.kinet.ai
Kontakt: info@kinet.ai
Standort: Leoben, Steiermark
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