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Praxisrelevante News und Kernaussagen der aktuellen dermatologischen FachliteraturDr. Thomas Brinkmeier
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  • Wikiderm-Podcast 1/26
    Feb 13 2026

    Aktuelle Studien liefern praxisrelevante Impulse für Hautärzte:

    In der Psoriasis-Therapie adressiert eine große Real-World-Analyse eine häufige klinische Unsicherheit: den Einsatz von Interleukin-23-Inhibitoren bei Patienten mit onkologischer Vorgeschichte. Selbst bei vergleichsweise frischer Malignomdiagnose zeigte sich kein Hinweis auf ein relevant erhöhtes Risiko für Tumorrezidive oder Neuerkrankungen. Die Autoren folgern, dass IL-23-Blocker auch in dieser sensiblen Gruppe eine sichere Option darstellen können. Voraussetzung bleibt jedoch eine individuelle, interdisziplinär abgestimmte Therapieentscheidung.

    Im Bereich der lokalen Onkologie wurde die Behandlung der Lentigo maligna bei nicht operablen Patienten untersucht. Radiotherapie und topisches Imiquimod erwiesen sich als wirksam, gut verträglich und langfristig vergleichbar erfolgreich. Messbare Unterschiede in der Lebensqualität zeigten sich nicht, das emotionale Wohlbefinden verbesserte sich in beiden Gruppen. Für die Praxis bedeutet dies mehr Flexibilität: Die Wahl der Therapie kann stärker an Patientenpräferenzen und Begleitumständen ausgerichtet werden, ohne relevante Einbußen bei der Effektivität befürchten zu müssen.

    Eine internationale Fallserie zum seltenen Yellow-Nail-Syndrom betont die Bedeutung früher Systemdiagnostik bei typischen Nagelveränderungen, da Begleitmanifestationen oft verzögert auftreten. Therapeutisch zeigte sich eine Kombination aus oralem Vitamin E und einem oralen Azol-Antimykotikum als am erfolgversprechendsten. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass nicht jeder Verlauf eine aggressive Behandlung erfordert; in ausgewählten Fällen ist ein abwartendes Vorgehen mit adäquater Aufklärung vertretbar.

    Diagnostisch herausfordernd bleibt die Differenzierung zwischen perianaler Acne inversa und fistulierendem Morbus Crohn. Eine MRT-basierte Analyse identifizierte trennscharfe Bildgebungsmerkmale: Subkutane Tunnel sowie entzündliche Veränderungen von Haut und Unterhaut sprechen eher für Acne inversa, tief verlaufende Fisteln und rektale Entzündungen dagegen für Morbus Crohn. Die MRT erweist sich damit als zentrales Instrument für eine frühzeitige und zielgerichtete Therapieplanung.

    Im Kontext perioperativer Risiken zeigte eine große Datenbankanalyse, dass Patienten mit Basalzellkarzinom unter Antidepressiva häufiger postoperative Komplikationen und eine erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen aufweisen. Auch ohne kausale Erklärung unterstreichen die Daten den Bedarf an sorgfältiger präoperativer Einschätzung und strukturierter Nachsorge, idealerweise interdisziplinär koordiniert.

    Abschließend rücken ossifizierte Keloide in den Fokus der Dermatopathologie. Histologisch finden sich klare Hinweise auf aktive Knochenbildung, häufig begleitet vom Nachweis von Fremdmaterialien wie Haaren oder Nahtresten. Diskutiert wird eine Fremdkörperreaktion als möglicher Trigger chronischer Entzündung und Ossifikation, potenziell mit Einfluss auf Rezidivraten. Diese Befunde könnten künftig stärker in chirurgische Planung und Prognoseabschätzung einfließen.

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