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Maelstrom - Dissonante Diskurse

Maelstrom - Dissonante Diskurse

Written by: André und Mark
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Maelstrom – Dissonante Diskurse ist ein Gesprächspodcast von André und Mark über Philosophie, Gesellschaft, Psychologie und die Methoden dahinter. Das Prinzip Maelstrom heißt für uns: wir lassen uns in Themen hineinziehen, lassen uns im Sog treiben und assoziieren frei im Thema. Gleichzeitig stehen wir mit einem Fuß draußen, prüfen unsere Argumente und wagen uns dabei zurück zum Begriff. Das Prinzip lautet mal Chaos mit Struktur, mal Chaos als Struktur!André und Mark Philosophy Social Sciences
Episodes
  • 07 - Mit Marx an die Arbeit
    Apr 30 2026

    In Folge 07 zum 1. Mai fragen Mark und André ganz grundlegend: Was ist Arbeit, was ist Kapital, was ist Freiheit – und warum klingt „Freiheit“ im Kapitalismus wie das Recht, für fremde Zwecke zu funktionieren.

    Ausgehend von Marx’ Anspruch, die Welt nicht nur zu deuten, sondern zu verändern, entfalten sie den Arbeitsbegriff zwischen Stoffwechsel mit Natur und Welt, Selbstbildung (Hegels Herr-Knecht-Motiv) und der modernen Realität von Lohnabhängigkeit, Konkurrenz, Rationalisierung und Entfremdung.

    Dabei streifen sie Klassen- und Ideologiefragen, setzen erste Marker Richtung Wert/Mehrwert und lassen bewusst eine Tür offen: Staat, Recht und Marxismus bekommen ihren eigenen zweiten Teil.

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    1 hr and 46 mins
  • 06 - Habermas. Erbe, Rettung, Vatermord
    Apr 4 2026

    In Folge 06 lesen André und Mark Habermas als einen Versuch, das Erbe der Kritischen Theorie zu retten, und zwar über eine psychoanalytische Deutung seines Werdegangs als symbolischen Vatermord an zwei Vätern.

    Adorno als bewusst fragmentierter Nachkriegs-Denker und Erich Rothacker als (heute gern verdrängter) Bonner Doktorvater mit Naziverstrickungen samt kultur- und sprachtheoretischem Werkzeugkasten. Der rote Faden ist Habermas’ Flucht nach vorn in Sprache, Diskurs und Formalisierung als akademische Bearbeitung von historischem Schmerz, mit dem Preis, dass weltliche Substanz und Machtfragen tendenziell ausgedünnt werden.

    Konkret streifen die beiden den Strukturwandel der Öffentlichkeit (Kaffeehäuser, Briefkultur, bürgerlicher Diskurs), die Linie über Erkenntnis und Interesse bis zur Theorie des kommunikativen Handelns und das alte Problem der normativen Begründung der Kritik, das Habermas lösen will, während er sich zugleich von Adornos Aporien absetzt.

    Am Ende steht Habermas als tragische Figur zwischen Rettungsimpuls und Überformalisierung, mit dem berühmten Ideal vom „zwanglosen Zwang des besseren Arguments“ im Hintergrund.

    Literatur:

    Hans-Joachim Dahms: Positivismusstreit. Die Auseinandersetzungen der Frankfurter Schule mit dem logischen Positivismus, dem amerikanischen Pragmatismus und dem Kritischen Rationalismus. suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

    Rainer Forst: Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse. Perspektiven einer kritischen Theorie der Politik. suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

    Jürgen Habermas: Der philosophische Diskurs der Moderne. Zwölf Vorlesungen. suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

    Jürgen Habermas: Erkenntnis und Interesse. suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

    Jürgen Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. suhrkamp taschenbuch wissenschaft.

    Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Sammlung Luchterhand

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    1 hr and 32 mins
  • 05 - Religion und ihre Vernunft
    Mar 11 2026

    Reupload 03.04.2026: Jetzt mit deutlich besserer Audioqualität


    In dieser Folge spannen Mark und André den großen Bogen von Philosophie und Offenbarung auf. Vom Gottesnamen JHWH, dem Bilderverbot und der Frage, wie aus Erzählung überhaupt Wahrheit wird, bis zur historischen Verdichtung des Monotheismus aus älteren religiösen Landschaften.

    Im Zentrum steht dann die Deutung selbst, also Literalismus versus Allegorese und warum Philosophie in Judentum, Christentum und Islam lange als Mit-Spielerin der Schriftlektüre funktioniert hat. Aus diesem Rahmen geht es in den spätantiken Schmelztiegel mit Plotin/Neuplatonismus, Synkretismus, kulturelle Vielfältigkeit und daneben die Gnosis als Sammelbegriff dualistischer Strömungen, die Materie und Geist gegeneinander stellen.

    Am konkreten Fall Marcion wird sichtbar, wie sehr sich Theologie als Weltdeutung und politische Ordnung durch Gesetz und Gnade, Leid und Welterfahrung, Kanonkämpfe, Dualismus und dem langen Schatten strukturellen Antijudaismus' berühren.

    Zum Schluss öffnen sie die klassische Kritiksuite (Feuerbach/Marx/Freud) und landen bei der Gegenwartsfrage, wie Religion als Machtmittel wirkt – bewusst eingesetzt oder strukturell, und mit einem Teaser Richtung Adorno.

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    1 hr and 25 mins
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