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Mutige Frauen braucht das Land

Mutige Frauen braucht das Land

Written by: Elisabeth Leitner & Raffaela Lackner
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Ein Podcast von Frauen über Frauen, die für das Land leben und lustvoll ihre Perspektiven erweitern. Übers Land, Thesen, Krisen, Lebensmodelle bis hin zu Zukunftsvisionen und Strategien.CC BY NC ND Social Sciences
Episodes
  • 066 – Mutige Frauen: Wir bleiben. anders.
    Feb 28 2026
    Fünf Jahre. 65 Folgen. Unzählige Begegnungen mit mutigen Frauen – und ein Mann. In dieser besonderen Episode von Mutige Frauen braucht das Land sitzen wir selbst am Mikrofon und blicken zurück auf das, was war – und nach vorne auf das, was kommt. „Ich glaube, ich werde diesen Tag nie vergessen“, sagt Raffaela und erinnert sich an die ersten Stunden unseres Podcasts: Nervosität, Herzklopfen, ein Spaziergang, Prosecco und die Frage, ob das alles wirklich funktionieren wird. Dass wir fünf Jahre später auf monatliche Folgen, tausende Hörer:innen, inspirierende Gespräche und den Steirerinnen Award zurückblicken dürfen, hätten wir damals nicht zu träumen gewagt. Diese Folge ist für uns ein Innehalten. Ein ehrlicher Blick darauf, was dieses Herzensprojekt mit uns gemacht hat. Die intensiven Gespräche, die uns oft noch Tage später begleitet haben. Die Begegnungen, die uns im Kern berührt haben. Die Geschichten von Frauen, die gefallen und wieder aufgestanden sind – und damit auch uns Mut gemacht haben. „Keines dieser Gespräche möchte ich missen“, sagt Elisabeth. Und genau so fühlt es sich an. Doch in fünf Jahren verändert sich viel. Unsere beruflichen Wege haben sich weiterentwickelt. Neue Aufgaben sind entstanden. Raffaela arbeitet heute im Amt der Kärntner Landesregierung im Bereich Baukultur und kommunales Bauen. Elisabeth hat eine Laufbahnprofessur für Bau- und Planungskultur im ländlichen Raum übernommen. Unsere Leben sind dichter geworden, weniger flexibel – und gleichzeitig mutiger. Und deshalb machen wir uns selbst ein Geschenk: eine kreative Pause. Vorerst keine monatlichen Folgen. Stattdessen Zeit zum Nachdenken, Reflektieren und Experimentieren. Mut heißt für uns auch, das Tempo rauszunehmen. Nicht aufzuhören, sondern neu zu denken. Nicht zu verschwinden, sondern uns weiterzuentwickeln. Wir bleiben mit euch in Verbindung – über Instagram, über Radio FRO, über Mutimpulse zwischendurch. Und vor allem laden wir euch ein, Teil dieses nächsten Schrittes zu sein. Welche Themen bewegen euch? Welche Frauen fehlen noch? Welche Formate wünscht ihr euch? Diese Episode ist kein Abschied. Sie ist ein bewusster Zwischenraum. Ein Atemholen nach fünf intensiven Jahren. Und vielleicht genau das, wovon wir in all den Gesprächen selbst so oft gehört haben: dass Entwicklung Zeit braucht. Dass Pausen kraftvoll sind. Und dass Mut manchmal bedeutet, nicht weiterzurennen – sondern stehenzubleiben und neu zu schauen. Das Land braucht mutige Frauen. Und manchmal brauchen mutige Frauen eine kreative Pause, damit Neues entstehen kann.
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    14 mins
  • 065 – Valeska Schaudy: Neugier als Antrieb
    Jan 31 2026
    Valeska Schaudy wächst in der Oststeiermark auf, besucht den musischen Zweig im BORG, spielt Saxophon und Querflöte. Früh zeigt sich ihre Neugier: auf Räume, Landschaften, andere Lebensweisen. Dieses Interesse führt sie nach Graz, wo sie Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Geografie studiert – ein Studium, das damals noch im Entstehen ist. „Ich wollte etwas Breites, wo viel drinnen ist“, sagt sie rückblickend. Lebensräume, Klima, Ökosysteme verstehen – das wird ihr Kompass. Schon während des Studiums zieht es sie hinaus: Ein Auslandssemester in Australien, eines in Island. Sie erlebt unterschiedliche Lehrmethoden, Landschaften und Kulturen – und merkt, wie sehr sie das Unterwegssein prägt. Besonders Island bleibt ihr im Gedächtnis: „So anders, so frisch – die Landschaft durch die Erdgeschichte.“ Gleichzeitig wächst in ihr die Sehnsucht nach Weite und Bewegung. Nach dem Studium arbeitet sie projektbezogen, unter anderem in der Hydrologie und Regionalentwicklung. Gemeinsam mit ihrem heutigen Mann Philipp reift ein größerer Plan – oder besser gesagt: ein großes Abenteuer. Was als fünfmonatige Reise beginnt, wird später zu fünf Jahren die Welt bereisen. Mit dem Fahrrad fahren die beiden von Nordkap Richtung Süden, durch Europa, Afrika, Asien, Australien und Amerika. Rund 65 Länder, tausende Kilometer, oft ohne Internet, mit Karten und Gesprächen. „Man muss den Leuten Fragen stellen – und genau das ist das Schöne“, erzählt Valeska. Türen öffnen sich, obwohl man keine gemeinsame Sprache hat. Menschen laden sie ein, geben ihnen einen Schlafplatz, teilen Essen. „Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist gut“, ist eine der Erkenntnisse, die sie von dieser Reise mitnimmt. Die Reise ist nicht romantisch verklärt. Es gibt Sandstürme in der Sahara, Dunkelheit in Spitzbergen, Einsamkeit, Müdigkeit, Vorsicht. Und doch kommt Aufgeben nie wirklich in Frage. „Dieses Vorhaben war so stark im Kopf, dass wir gar nicht ans Aufhören gedacht haben.“ Mut bedeutet hier: weitermachen, Lösungen finden, aushalten – Schritt für Schritt. Zurück in Österreich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Valeska sehnt sich nach Regelmäßigkeit, nach Verlässlichkeit, nach einem Ort. Kinder werden ein Thema. Sie kommen an, zuerst in Graz, später in einer grünen Siedlung am Rand – mit Nachbarschaft, Austausch, Gemeinschaft. Ein weiterer Schritt folgt vor kurzem: die Gemeindepolitik. Valeska wird Gemeinderätin – nicht aus Karriereplänen, sondern aus Engagement und weil sie die Zukunft ihrer Kinder aktiv gestalten möchte. Der Auslöser ist ein sicherer Schulweg. „Ich habe mir gedacht, ich kann mich jetzt beschweren – oder ich gestalte mit.“ Heute sitzt sie mit Menschen unterschiedlicher Zugänge an einem Tisch, ringt um Lösungen, fragt nach, bleibt dran. „Ich bin ausdauernd und hartnäckig“, sagt sie – Eigenschaften, die sie schon auf ihren Reisen gebraucht hat. Auch beruflich bleibt sie in Bewegung: Sie absolviert eine inklusive Klimaschutzakademie, möchte Workshops gestalten, Wissen weitergeben, ihren „ökologischen Handabdruck vergrößern“. Kleine Samen setzen – das ist ihr Bild für Veränderung. Am Ende bleibt ein Satz, der vieles zusammenfasst. Auf die Frage, was Frauen müssen, antwortet Valeska ohne Zögern: „Lauter werden.“ Und ihr persönlicher Leitsatz hängt ausgerechnet am stillsten Ort der Wohnung: „Was willst du einmal werden?“ – „Freundlich.“
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    1 hr
  • 064 – Sabine Siegel: Mit Leib und Seele
    Dec 31 2025
    Sabine wächst in Fürstenfeld auf – als erstes Kind sehr junger Eltern, in einem klassischen Rollenbild: der Vater arbeitet, die Mutter ist zu Hause. Früh zeigt sich ihre Vielseitigkeit. Sie liebt Kinder genauso wie Technik, Räume und Strukturen. Architektur oder Arbeit mit Kindern? Beides zieht sie an aber sie landet an der TU Graz – und bleibt. Ihr Architekturstudium wird begleitet von Arbeit, denn Praxis ist für sie nie ein Gegensatz zur Theorie, sondern die logische Ergänzung. Der Weg in die Selbstständigkeit entsteht nicht aus einem großen Masterplan, sondern aus einem inneren Unwohlsein. „Ich bin am Montag mit Bauchweh in die Arbeit gefahren und am Freitag erleichtert heim“, sagt sie rückblickend. Mit Anfang dreißig kündigt sie – kurz vor Weihnachten – und macht sich selbstständig. Was folgt, sind 13 Jahre als Architektin mit eigener Handschrift: Sabine plant vor allem Einfamilienhäuser, aber nicht als reine Baukörper. Für sie sind es Lebensräume. „Ein Haus muss funktionieren. Es ist kein Kunstobjekt – es ist der Ort, an dem Menschen ihr Leben leben.“ Ihre Arbeitsweise ist geprägt von Zuhören. Der erste Termin findet meist bei den Bauherr:innen zu Hause statt, dauert Stunden. Sabine schaut, fragt, spürt. Es ist dieser respektvolle, klare Zugang, der ihr über Jahre hinweg Aufträge bringt – ganz ohne Homepage, ganz ohne Werbung. „Wenn eine Tür zugegangen ist, ist eine andere aufgegangen.“ Parallel dazu passiert aber noch viel mehr: Sabine wird Mutter. Früh ist sie alleinerziehend, jongliert Selbstständigkeit, Baustellen, Verantwortung – getragen von einem starken familiären Rückhalt. „Ohne meine Eltern wäre es nicht gegangen.“ Dieses Netz gibt ihr Sicherheit, auch in Phasen, in denen alles gleichzeitig passiert. Ein weiterer Schritt folgt später – einer, den Sabine selbst lange ausgeschlossen hatte: die Politik. 2020 sagt sie Ja zur Anfrage, Vizebürgermeisterin von Fürstenfeld zu werden. Drei intensive Jahre folgen. Jahre, in denen sie ständig unterwegs ist, ansprechbar, sichtbar. „Politik gehört für Menschen gemacht“, sagt sie – und lebt genau das. Sie hört zu, erklärt ehrlich, was möglich ist und was nicht. Doch der Preis ist hoch. Sabine merkt, dass sie sich selbst verliert. Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Kraftlosigkeit schleichen sich ein. „Ich habe mich selbst nicht mehr gekannt.“ Der Entschluss zu gehen ist klar – und mutig. Sie tritt nicht nur vom Amt zurück, sondern zieht sich aus allen politischen Funktionen zurück. Die Reaktionen überraschen sie: Dankbarkeit, Respekt, Verständnis. Es ist ein Abschied ohne Groll, aber mit Klarheit. Fast zeitgleich öffnet sich eine neue Tür. Ein Anruf, ein Gespräch, ein schneller Prozess – und Sabine wechselt nach zehn Jahren in der Baubezirksleitung in eine neue Rolle: Sie wird Baukulturkoordinatorin der Steiermark. Heute arbeitet sie daran, Bewusstsein zu schaffen für gute, nachhaltige, landschaftsverträgliche Gestaltung. „Baukultur machen wir Menschen. Alles, was draußen gebaut wird, gehört dazu.“ Ihr Ziel ist es, Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu verbinden – und zu zeigen, dass gute Baukultur nicht teuer sein muss, sondern Haltung braucht. Kraft schöpft Sabine heute bewusst: im Garten, in der Erde, unter ihrer Linde. Beim Kinderturnen, das sie seit 1987 begleitet. In Freundschaften, die geblieben sind. Und im Zulassen von Pausen. „Es ist auch okay, einmal nichts zu tun“, sagt sie – eine Erkenntnis, die nicht selbstverständlich war. Am Ende dieses Gesprächs bleibt ein Satz, der Sabines Haltung zusammenfasst: „Frauen müssen nicht alles. Aber sie müssen mutiger sein und mehr Selbstvertrauen haben.“
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    1 hr and 1 min
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