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Written by: Der Podcaster Bandi Koeck
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About this listen

Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....Der Podcaster Bandi Koeck Social Sciences
Episodes
  • Der unermüdliche Möglichmacher - Ali Mahlodji
    May 7 2026

    Es gibt Menschen, die Räume betreten – und plötzlich wird es still. Nicht, weil sie laut sind. Sondern weil ihre Geschichte Gewicht hat. Ali Mahlodji ist so ein Mensch. Wenn er spricht, hört man nicht nur einem erfolgreichen Unternehmer, Bestsellerautor und Gründer von whatchado zu. Man hört einem Mann zu, der das Leben von seiner härtesten und zugleich schönsten Seite kennengelernt hat.

    Geboren in Teheran, flüchtete er als Kind mit seiner Familie vor Krieg und Unsicherheit nach Austria. Die ersten Jahre waren geprägt von Enge, Angst und Entwurzelung. Ein Flüchtlingsheim wurde zum Zuhause auf Zeit. Kleidung von der Caritas ersetzte Selbstverständlichkeit. Perspektiven waren rar. Hoffnung ebenso.

    In der Schule galt er als Problemfall. Schlechte Noten, ein Zeugnis voller Nichtgenügend, dazu ein Vermerk, der fast sinnbildlich für seine damalige Situation stand: „nicht zufriedenstellendes Verhalten“. Viele hatten ihn abgeschrieben. Doch dann passierte etwas, das sein Leben veränderte: Ein Lehrer glaubte an ihn, als andere längst aufgegeben hatten.

    Es war jener eine Mensch, der nicht auf Defizite blickte, sondern auf Möglichkeiten.

    Vielleicht liegt genau darin der Kern von Ali Mahlodjis Lebensgeschichte: Er wurde gesehen – und beschloss später, selbst Millionen andere Menschen zu sehen.

    Heute hat er mit mehr als einer Million jungen Menschen weltweit gearbeitet. Ob in Hyderabad, Zürich, Rome oder in Liechtenstein: Überall begegnet ihm dieselbe Sehnsucht. Junge Menschen wollen nicht perfekt sein. Sie wollen gesehen werden.

    „Was alle Jugendlichen wollen, ist, dass sie irgendwann das Gefühl haben, sie dürfen so sein, wie sie sind.“

    Dieser Satz ist keine pädagogische Floskel. Er ist die Quintessenz seines Lebenswerks. Mit whatchado schuf er eine Plattform, die jungen Menschen Orientierung gibt – jenseits starrer Lebensläufe und gesellschaftlicher Erwartungen. Statt zu fragen: Was willst du einmal werden? fragt er: Wer bist du wirklich?

    Seine Kritik am Bildungssystem ist dabei präzise und mutig. Lehrer müssten entlastet, Bildung neu gedacht und Beziehungen wichtiger genommen werden als reine Wissensvermittlung. Jugendliche, sagt er, lernen früh zu funktionieren – viel zu früh. Ihre Neugier werde systematisch abtrainiert. Das berühmte kindliche „Warum?“ verschwinde unter Leistungsdruck, Prüfungen und Erwartungen.

    Ali Mahlodji spricht darüber nicht als Theoretiker. Er spricht als ehemaliger Schulabbrecher, als jemand, der über 40 Jobs hatte, als Manager, der Karriere machte – und dennoch alles hinterfragte.

    Der Tod seines Vaters wurde zu einem Wendepunkt. Er erkannte, wie streng er mit sich selbst war. Er verließ einen sicheren Managerjob und folgte seinem Herzen. Ein Schritt, der riskant wirkte – und sich als Befreiung erwies.

    Trotz seiner internationalen Reisen und vollen Hallen definiert er Erfolg überraschend still. Nicht über Umsatz. Nicht über Reichweite. Sondern über Beziehungen.

    Wenn er nach Hause kommt, küsst er zuerst seine Frau – noch bevor er seine Kinder begrüßt. Nicht aus Distanz zu seinen Töchtern, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Partnerschaft das Fundament der Familie.

    „Wenn der Baum nicht gesund ist, gibt es keine Früchte.“

    Ali Mahlodji wirkt charismatisch, weil er Gegensätze vereint: Härte und Wärme. Tiefgang und Humor. Erfolg und Demut. Weltbühne und Familienleben. Er spricht über künstliche Intelligenz und gleichzeitig über verletzte Kinderseelen. Über Leadership und gleichzeitig über Liebe.

    Und am Ende landet er immer wieder bei einer radikalen, fast poetischen Erkenntnis: Vielleicht leben wir bereits im Paradies.

    Während viele Menschen auf ein besseres Morgen warten, fordert er dazu auf, das Wunder des Jetzt zu erkennen. Das Leben sei bereits das Geschenk.

    Seine zentrale Frage lautet deshalb: „Bin ich der Erwachsene geworden, auf den mein 14-jähriges Ich stolz wäre?“

    Eine Frage, die hängen bleibt. Ali Mahlodji ist kein Motivationsredner im klassischen Sinn. Dafür ist er zu ehrlich, zu reflektiert, zu unbequem.

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    21 mins
  • Die LIEWO-Chefredaktorin - Melanie Steiger
    May 3 2026

    Im Liechtensteiner Medienhaus in Vaduz schlägt das Herz der regionalen Berichterstattung, und mittendrin sorgt Melanie Steiger dafür, dass die Sonntage im Fürstentum und der angrenzenden Region mit Tiefe und Menschlichkeit gefüllt werden. Seit 2021 leitet sie als Chefredaktorin die LIEWO – eine Aufgabe, die sie nach dem Redesign der Wochenzeitung übernahm und mit viel Herzblut ausfüllt.


    Melanie Steigers Weg in den Journalismus war kein starrer Plan, sondern eher ein organisches Hineinrutschen. Während ihres Studiums der Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern – ein damals neuer Studiengang – verdiente sie sich ihr Taschengeld als freie Mitarbeiterin in der Ostschweiz. Ihr erster Bericht? Eine Schafschau. Was simpel klingt, war der Anfang einer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Sie entdeckte das Handwerk für sich und Bandi Koeck ergänzte dazu passend sein Motto: „Wer schreibt, der bleibt“.


    Nach Stationen im Online-Marketing in St. Gallen und Praktika beim „Volksblatt“ sowie dem „Werdenberger & Obertoggenburger“ (W&O) führte ihr Weg 2015 schließlich ins Medienhaus Liechtenstein. Begonnen hat sie dort in der Wirtschaftsredaktion, bevor sie 2018 zur LIEWO wechselte. Diese Vielseitigkeit – von Sport bis Wirtschaft – macht sie heute zu einer äusserst flexiblen Redaktionsleiterin.


    Für Steiger ist die LIEWO mehr als nur eine Sonntagszeitung. Es ist ein Medium, das im Gegensatz zur tagesaktuellen Hektik die Zeit hat, vertieft in Themen einzutauchen. Ihr „Steckenpferd“ ist dabei das Porträt auf der Frontseite. Hier geht es um Menschen und ihre Geschichten – oft um Schicksale, die bewegen, wie etwa Menschen, die eine schwere Krankheit besiegt haben.


    Ihre grösste Herausforderung sieht sie darin, diesen Personen gerecht zu werden, ohne in reine „Tränendrüsen-Rhetorik“ zu verfallen. Es geht um Authentizität und darum, Mut zu machen.


    Wenn Melanie Steiger nicht gerade Editorials schreibt oder Redaktionssitzungen leitet, findet man sie wahrscheinlich im Freien. Ihr grösstes Hobby ist ihr Pferd, bei dem sie ideal vom journalistischen Alltag abschalten kann. Zudem ist sie eine leidenschaftliche Köchin und Leserin. Besonders regionale Krimis haben es ihr angetan – dort, wo man beim Lesen die Orte und Alpen der Umgebung direkt vor Augen hat.


    Ihre Zukunft lässt sie gerne auf sich zukommen. Die Leitung der LIEWO war für sie ein solcher „Türöffner“, den das Leben bot. Man darf gespannt sein, welche Geschichten sie uns in den kommenden Jahren noch präsentieren wird.

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    15 mins
  • Der Erfinder der Panart - Matthias Masu Baumgartner
    Apr 26 2026

    Man begegnet ihm nicht einfach – man gerät in seinen Strom. Matthias „Masu“ Baumgartner ist kein Künstler im herkömmlichen Sinn, sondern ein Suchender, ein Findender, einer, der das Sichtbare durchdringt, bis es zu sprechen beginnt. Seine Kunst ist kein Produkt, sondern ein Prozess. Ein Geschehen. Ein leises, manchmal wildes Atmen zwischen Farbe, Form und Seele.

    Schon früh zeigte sich diese eigenwillige Verbindung zur Welt der Bilder. Ein Kind, das eine Pietà nachzeichnet – unbeholfen vielleicht, doch getragen von einer inneren Notwendigkeit. Lob war der erste Funke. Doch das Feuer, das daraus entstand, nährte sich aus etwas Tieferem: dem unbedingten Drang, zu gestalten, zu erfahren, zu „tun“.

    Der Begriff „PanArt“ ist mehr als eine Wortschöpfung. Er ist ein Weltbild. „Pan“ – das griechische Wort für alles. „Art“ – die Kunst. Zusammen ein Bekenntnis: Alles ist Kunst. Und jeder Mensch trägt sie in sich.

    Baumgartners Ansatz ist radikal demokratisch. Kunst ist kein Privileg der Begabten, sondern ein Grundzustand des Menschseins. Sie verschwindet nur manchmal – verschüttet durch Zweifel, Kritik oder das Vergessen der eigenen Wahrnehmung. PanArt will nichts lehren im klassischen Sinn. Sie will freilegen.

    Die Technik folgt dabei keiner starren Regel. Im Gegenteil: Das Bild übernimmt. „Nicht du malst das Bild, das Bild malt dich“ – dieser Gedanke zieht sich wie ein leiser Leitfaden durch sein Werk. Strukturen werden gelesen, Formen entdeckt, Figuren entstehen aus dem Untergrund wie Erinnerungen, die sich plötzlich zeigen.

    Im stillen Wald von Frastanz-Bodenwald steht ein Haus, das mehr ist als ein Gebäude. Das „Bilderhaus“ ist ein lebendiger Organismus aus Farbe, Material und Atmosphäre.

    Hier riecht Kunst. Im wörtlichen Sinn. Baumgartner mischt seine Farben selbst – organisch, lebendig, vergänglich. Sie gären, verändern sich, reagieren. Wie das Leben selbst. Kein steriles Atelier, sondern ein Raum, in dem Prozesse stattfinden.

    Wer diesen Ort betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht um Perfektion. Hier geht es um Begegnung. Mit sich selbst, mit dem Unbewussten, mit dem, was zwischen den Linien liegt.

    Sein Künstlername ist kein Zufall. „Masu“ – ein Wort, das in verschiedenen Sprachen und Bedeutungen auftaucht. „Es tun“. „Es heiligen“. „Es verehren“.

    Vielleicht beschreibt es genau das, was sein Leben ausmacht: ein unermüdliches Tun, getragen von einer stillen Ehrfurcht vor dem Prozess selbst. Seine Signatur versteckt sich oft im Bild, beinahe scheu, als wolle sie nicht stören. Denn im Zentrum steht nicht der Künstler – sondern das Werk, das sich selbst entfaltet.

    Mit zunehmendem Alter wird der Blick weiter – und zugleich klarer. Baumgartner spricht offen über das Ende, ohne Pathos, ohne Angst. Der Tod ist für ihn kein Gegenpol zum Leben, sondern Teil derselben Bewegung.

    „Ich war von allem die Ursache“, sagt er. Ein Satz, der nicht belastet, sondern befreit. Verantwortung wird hier nicht zur Last, sondern zur Erkenntnis. Das Leben – ein dichtes Geflecht aus Entscheidungen, Begegnungen, Farben.

    Und vielleicht ist genau das der Kern seiner Kunst: eine tiefe Zustimmung zum Dasein.

    Das Bilderhaus ist kein Museum. Es ist ein Erlebnisraum. Wer sich darauf einlässt, verlässt ihn selten unverändert. Es ist ein Ort, an dem man nicht nur Kunst betrachtet, sondern sich selbst ein Stück näherkommt.

    Für Kunstinteressierte, Suchende oder einfach Neugierige ist dieser Ort eine stille Entdeckung – fern von großen Bühnen, aber reich an innerer Weite.

    Name: Matthias „Masu“ Baumgartner
    Geburtsjahr: 1946
    Begriff: Begründer der PanArt („Alles ist Kunst“)
    Wirkungsorte: Vorarlberg, Wien, international (u. a. Belgien)
    Besonderheit: Entwicklung eigener Farbtechniken und intuitiver Malprozesse
    Bilderhaus: Frastanz-Bodenwald – Atelier, Ausstellungs- und Erfahrungsraum
    Künstlername „Masu“: Bedeutungen u. a. „es tun“, „es verehren“
    Werkumfang: Tausende Bilder, über 100 Ausstellungen, internationale Kurstätigkeit


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    41 mins
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