Als ewiggestrig gelten nach einschlägigen Lexika diejenigen, die rückständig und unbelehrbar veralteten Ansichten nachhängen. Das Wort beschreibt Menschen oder Ideologien, die trotz gesellschaftlicher Veränderungen und vermeintlicher „Fortschritte“ an überholten oder konservativen Ansichten oder Wertvorstellungen festhalten. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "ewig" (also für immer) und "gestrig" (veraltet, von gestern) zusammen und drückt aus, dass die betreffende Person oder Gruppe in ihrer Denkweise in der Vergangenheit verhaftet ist und sich gegen „Modernisierung und gesellschaftlichen Fortschritt sträubt“.
Museen ließen sich vor dem Hintergrund als „ewiggestrig“ beschreiben, weil sie über nahezu gleichgebliebene Strukturen wie zur Blütezeit vieler Gründungen im ausgehenden 19. Jahrhundert verfügen. Gleichzeitig leisten sie als „bewahrende Kulturinstitutionen“ einen Beitrag zur Erhaltung vieler Kunst- und Kulturgüter; sollen diese verstehen und kontextualisieren. Museen könnten mit dem Bewahrten dazu beitragen, die Welt besser zu verstehen und Anknüpfungspunkte für heutige, drängende Fragen des Zusammenlebens zu schaffen. Aber wie geschieht das, wenn sie diese Herausforderung annehmen?
Mit unserem Podcast „ewiggestrig? progressiv?“ wollen wir das Spannungsverhältnis, in dem sich Museen bewegen ausloten und euch Insights aus der Welt der Museen geben. Wir greifen aktuelle kritische Themen und Diskurse rund um Museen auf und diskutieren miteinander unsere Ansichten. Das tun wir nicht immer allein: Wir laden auch mal Gäst:innen ein, die uns Geschichten aus dem Museum mitbringen, mit uns diskutieren und lachen.
Hosts: Eva Caroline Eick und Yagmur Karakis
Aufnahme: 06.10.2022
Schnitt & Mastering: Kamilla Salem
Wir bedanken uns beim Medienlabor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Unser besonderer Dank für ihre Unterstützung bei der Aufnahme gilt Frank Herbort und Rebekka Louven.