#47 Kanalstrotter
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In dieser Folge des Hidden Vienna Podcasts steigen wir hinab in die Wiener Unterwelt und blicken den Kanalstrottern bei ihrer mühsamen Arbeit über die Schulter.
Diese unglaublich harte und undankbare Tätigkeit war für jene, die zum Leben nie genug hatten, oft die einzige Möglichkeit, sich einen kargen Zuverdienst zu sichern. Kaum vorstellbar, wie diese Männer (und es waren hauptsächlich Männer) in den niedrigen Kanälen Wiens nach verwertbaren Materialien wie Metall, Knochen und Fett fischten. Über sie ist nur wenig bekannt, denn um die Ärmsten der Armen hat sich damals niemand gekümmert.
Doch ein Mann machte sich die Mühe und stieg hinab: Max Winter, der Begründer der Sozialreportage im deutschsprachigen Raum, wagte den Ausflug in das dunkelste Wien. Gemeinsam mit seinem Führer, dem Specklmoritz, begab er sich auf eine vierstündige Tour durch das unterirdische Rudolfsheim, um diese Welt am eigenen Leib zu erfahren.
Ein weiterer Journalist folgte seinem Vorbild. Emil Kläger ging jedoch einen Schritt weiter und nahm einen Amateurfotografen mit, um diese Welt auch in Bildern festzuhalten. Hermann Drawe war Bezirksrichter in der Leopoldstadt, kannte das Elend der Stadt von Berufs wegen und wollte es unbedingt sichtbar machen. Seine Bilder waren vor Kurzem im Fotoinstitut Bonartes ausgestellt. Wir haben den Kurator Michael Ponstingl zum Interview getroffen, um mehr über die Fotografien und den Lichtbildvortrag in der Urania zu erfahren, der daraus entstand.