Als Kind hat Omar Afkir in Supermarkt-Containern nach Süßigkeiten gesucht. In der Grundschule saß er am Ausländertisch und malte den ganzen Tag nach Zahlen. Mit Mitte zwanzig verlor er alles.
Omar ist 1982 geboren, eines von neun Kindern eines marokkanischen Gastarbeiters, aufgewachsen im Wohnpark in Bergheim, Tür an Tür mit Lukas Podolski. Taschengeld gab es nicht. Mit neun oder zehn räumt er im Freibad den Müll weg, bekommt dafür Freikarten und hat wenige Wochen später eine eigene Putzkolonne. Als Teenager gründet er in Köln seine erste Promotion-Firma. Den Satz dazu hat ihm sein Vater mitgegeben. „Lass nicht Geld deinen Preis sein. Lass immer Fleiß deine Währung sein.“
Dann übernimmt er als Geschäftsführer eine Firma, haftet für Steuerschulden, die er nach eigener Darstellung nicht verursacht hat, und geht in die Privatinsolvenz. Omar erzählt offen, dass er sich in dieser Zeit das Leben nehmen wollte und was ihn in der Nacht davor davon abgebracht hat. Heute sagt er, er hätte damals in Behandlung gehört. „Das hätte ich nicht mit mir allein ausmachen dürfen.“
Aus der Insolvenz heraus macht er die FIFA-Lizenz und gründet seine Agentur. In der Spitze betreut sie rund 40 Fußballer, nach ungefähr zehn Jahren steigt er aus. Er beschreibt ein Geschäft, in dem große Agenturen kleine Berater kurz vor dem Millionenvertrag ausbooten. „Zwei Tage vor Unterschrift bist du raus und du erfährst davon aus der Presse.“
Das ist keine glatte Erfolgsgeschichte, und Omar erzählt sie auch nicht so. Anerkennung war sein Antrieb und hat ihn nach eigener Aussage ins Verderben gebracht. Halt fand er im Islam, den er seinen Lebensinhalt nennt. In der letzten halben Stunde wird es politisch und laut, auch von unserer Seite. Dabei fallen Zahlen und Vorwürfe zu Steuergeld und Maskendeals, die wir nicht nachgeprüft haben. Nimm diesen Teil als Meinung, nicht als Faktencheck.
An einer Stelle sind wir uns nicht einig. Omar macht Krisen mit sich allein aus. „Für mich ist geteiltes Leid immer doppeltes Leid.“ Einer von uns sieht das anders.
Wir sprechen über Dankbarkeit, darüber, warum mehr Geld irgendwann nicht mehr Glück bringt, über den Tag eines Mannes, der vor Sonnenaufgang betet, über eine Gesellschaft, in der laut Omar die Macher fehlen, und über seinen Rat an junge Unternehmer.
Ist Anerkennung wirklich „eine der schlimmsten Drogen, die es gibt auf der Welt“, wie Omar sagt?
In dieser Folge geht es auch um Suizidgedanken. Wenn es dir selbst nicht gut geht, erreichst du die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111.
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