Radgedanken - der Podcast rund ums Rad cover art

Radgedanken - der Podcast rund ums Rad

Radgedanken - der Podcast rund ums Rad

Written by: Parapera Falkenjagd & Rennstahl
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About this listen

Radgedanken aus der Manufaktur ist kein klassischer Fahrrad-Podcast über Neuheiten, Tests oder Kaufempfehlungen. Es ist ein Format für alle, die das Fahrrad nicht nur fahren, sondern verstehen wollen – technisch, wirtschaftlich und kulturell.

Hier spricht kein Moderator, der Produkte vorstellt. Hier spricht eine Stimme aus der Praxis: aus Entwicklung, Fertigung und Marktbeobachtung. Es geht um Entscheidungen hinter den Kulissen, um Trends, die entstehen, und um solche, die wieder verschwinden. Vor allem aber geht es um Einordnung in einer Zeit, in der der Fahrradmarkt lauter, schneller und unübersichtlicher geworden ist.

Der Fahrradboom der vergangenen Jahre hat die Branche verändert. Neue Marken, neue Standards, neue Versprechen. Gleichzeitig erleben wir Überproduktion, Preisdruck und eine wachsende Unsicherheit darüber, was am Fahrrad wirklich Fortschritt ist – und was lediglich als Innovation vermarktet wird. Zwischen Marketing, Technik und Marktlogik entsteht ein Spannungsfeld, das selten offen erklärt wird. Genau hier setzt dieser Podcast an.

Radgedanken aus der Manufaktur beleuchtet die Themen, die aktuell die Branche prägen:

  • Wie sich geopolitische Entwicklungen zwischen China, Taiwan, Europa und den USA auf Produktion und Preise auswirken.
  • Warum ständig neue Standards entstehen – und ob sie wirklich nötig sind.
  • Welche Techniktrends Substanz haben und welche vor allem dem Verkaufszyklus dienen.
  • Was Materialien wie Stahl, Titan oder Carbon tatsächlich leisten – jenseits von Ideologie.
  • Wie sich der Markt nach dem Boom neu sortiert und was das für Händler, Hersteller und Kunden bedeutet.
  • Warum Gewicht, Integration und Aerodynamik oft anders zu bewerten sind, als es die Werbung suggeriert.
  • Und nicht zuletzt: Welche Verantwortung Hersteller tragen, wenn sie Fahrräder entwickeln, die Jahre oder Jahrzehnte genutzt werden sollen.

Der Podcast versteht sich als ruhiger Gegenpol zur schnellen Taktung der Branche. Jede Folge bietet Orientierung statt Schlagzeilen. Es geht um Zusammenhänge, nicht um Produktzyklen. Um Perspektiven, nicht um Hypes. Dabei werden auch unbequeme Fragen gestellt: Gibt es überhaupt noch echte Innovation? Wer profitiert von immer neuen Standards? Und was braucht ein gutes Fahrrad wirklich?

Das Format richtet sich an anspruchsvolle Fahrerinnen und Fahrer, Brancheninsider, Händler, Entwickler und alle, die sich tiefer mit dem Thema Fahrrad auseinandersetzen möchten. Wer nur wissen will, welches Modell gerade „das Beste“ ist, wird hier keine Ranglisten finden.

Radgedanken aus der Manufaktur ist ein Solo-Format. Kein Talk, kein Interview, sondern eine konzentrierte, reflektierte Perspektive aus erster Hand. Persönlich, aber nicht privat. Meinungsstark, aber sachlich. Kritisch, aber konstruktiv.

Sie können erwarten:

  • fundierte Einordnung statt schneller Urteile
  • technische Tiefe ohne Fachjargon-Überladung
  • klare Positionen ohne Markenwerbung
  • langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Trends

Das Fahrrad ist eines der einfachsten und zugleich komplexesten Fortbewegungsmittel unserer Zeit. Es verbindet Technik, Handwerk, Industrie und Kultur. Genau diese Vielschichtigkeit steht im Mittelpunkt dieses Podcasts.

Wenn Sie das Fahrrad nicht nur nutzen, sondern begreifen wollen – wie es entsteht, warum es sich verändert und wohin sich die Branche bewegt –, dann sind Sie hier richtig.

Radgedanken aus der Manufaktur liefert Orientierung in einer Branche im Wandel. Klar, ruhig und mit Blick auf das Wesentliche: das Rad.

2026 Parapera, Falkenjagd & Rennstahl
Episodes
  • Fahrradmarkt Saison 2026
    Feb 5 2026

    Der Beitrag schildert Eindrücke aus einer mehrwöchigen Asienreise eines europäischen Fahrradrahmenherstellers und ordnet diese für die Branche sowie für das Kaufverhalten im Jahr 2026 ein. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Entwicklungen, Produktionsverlagerungen, technologische Trends und geopolitische Einflüsse auf die Fahrradindustrie.

    Die allgemeine Stimmung in China wird trotz konjunktureller Dämpfer als vergleichsweise positiv beschrieben. Zwar hinterlassen die Immobilienkrise und ein schwächeres Konsumverhalten Spuren, doch die industrielle Dynamik bleibt hoch. China produziert jährlich rund 40 Millionen Fahrräder und beeinflusst damit den Weltmarkt maßgeblich. Eine sinkende Nachfrage im Inland wirkt sich global auf Lieferketten, Preise und Verfügbarkeiten aus. So haben sich beispielsweise die Lieferzeiten für Komponenten wie Shimano deutlich verkürzt. Gleichzeitig werden hochwertige, teilweise unverkaufte Rahmen zerstört, um Preisdruck zu vermeiden – ein Hinweis auf Überkapazitäten und Marktverwerfungen. Aufgrund politischer Spannungen und Handelszölle ist zudem zu erwarten, dass amerikanische Marken verstärkt nach Europa ausweichen und dort mit Preisnachlässen auftreten. Eine nachhaltige Markterholung in Europa wird daher eher gegen Ende 2026 erwartet.

    Technologisch gewinnt China weiter an Bedeutung, insbesondere im E-Bike-Segment. Die Kombination aus Zugriff auf seltene Erden, Batteriezellen, Motoren und Fertigungskapazitäten verschafft chinesischen Herstellern strukturelle Vorteile. Auch im Carbonrahmenbau ist China inzwischen führend; viele taiwanesische Unternehmen haben Produktionsstätten dorthin verlagert. Innovationen bleiben kurzfristig begrenzt, es dominieren inkrementelle Entwicklungen. Ein klarer Trend ist jedoch die breite Einführung des UDH-Standards und die Ausweitung von 13-fach-Schaltungen in weitere Segmente. Neue Laufradgrößen wie 32 Zoll werden skeptisch gesehen, da sie eher fragmentieren als standardisieren.

    Vietnam etabliert sich zunehmend als Montagezentrum. Die Kosten pro montiertem Fahrrad liegen dort bei nur wenigen Euro und damit deutlich unter China und Taiwan. Für große Serienproduktionen ist dies ein entscheidender Faktor. Europäische Fertigung bleibt hingegen deutlich teurer, wird aber für Custom-Bikes oder hochwertige Manufakturprodukte weiterhin als sinnvoll erachtet. Eine Mischstrategie aus regionaler Nähe zum Markt und internationaler Produktion wird als notwendig angesehen.

    Taiwan befindet sich in einer schwierigen Lage. Steigende Lohn- und Energiekosten sowie die Abwanderung von Industrien nach China reduzieren die Wettbewerbsfähigkeit im Volumensegment. Gleichzeitig bleibt Taiwan im High-End-Bereich – insbesondere bei Titanrahmen und komplexen Speziallösungen – technologisch führend und unverzichtbar. Politische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten jedoch die Stimmung und die Auslastung vieler Werke. Viele Kapazitäten sind noch immer nicht ausgelastet.

    Für die kommenden Jahre wird eine weitere Marktbereinigung erwartet. Marken ohne klare Positionierung, Substanz oder Differenzierungsmerkmale könnten verschwinden. Titan wird als strategisch wichtiger Werkstoff mit steigenden Preisen gesehen, da militärische und industrielle Nachfrage zunimmt. Gleichzeitig wird Carbon als austauschbarer und preisgetriebener wahrgenommen. Hersteller mit klarer Identität und resilienten Strukturen sehen dennoch Chancen, gestärkt aus der Phase hervorzugehen.

    Der europäische Markt bleibt wichtig, sollte sich seiner eigenen Stärke bewusster werden und verstärkt auf regionale Hersteller achten. Trotz aller geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt die zentrale Botschaft: Die Fahrradbranche steht vor einem anspruchsvollen Jahr 2026, doch strukturell bestehen weiterhin solide Perspektiven – insbesondere für spezialisierte und technologisch klar positionierte Anbieter.

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    30 mins
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