Sind Intellektuelle wirklich Avantgarde? cover art

Sind Intellektuelle wirklich Avantgarde?

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Wie sollen wir noch ein gutes Leben führen, wenn wir von unseren digitalen Endgeräten abhängig sind? Ist ein kluger Denker auch ein guter Vater? Ist die Digitalisierung wirklich unser Unglück? Und wie kann man noch unterscheiden zwischen Wahrheit und Fiktion? Um diese großen Fragen – und noch einige mehr – geht es dem Dichter und Schriftsteller Ben Lerner in seinem neuen, knapp 160 Seiten dünnen Roman »Transkription«.

Da besucht ein Mann mittleren Alters seinen hochbetagten Professor und Mentor in einer Universitätsstadt an der amerikanischen Ostküste, einen berühmten Filmemacher und Kultintellektuellen. Mit ihm möchte er noch einmal ein letztes großes Interview führen. Leider ist ihm im Hotel sein iPhone ins Waschbecken gefallen und kaputtgegangen. So steht er da ohne Aufnahmegerät (was er verschweigt, weil es ihm peinlich ist) und muss die Gedanken und Geistesblitze des Orakels im Nachhinein aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Ist das schon eine Verfälschung der Wirklichkeit, oder gibt es ohnehin gar keine Echtheit?

Ijoma Mangold und Lars Weisbrod haben das Buch gelesen und diskutieren in der neuen Folge von »Die sogenannte Gegenwart«: Ist »Transkription« echte Avantgarde-Literatur? Oder bloß die Simulation von kritischer Weltbeobachtung für Feuilletonisten?

Shownotes

Ben Lerner: »Transkription«. Roman. Übersetzt von Nikolaus Stingl. Suhrkamp Verlag, Berlin 2026. 160 Seiten, 24 Euro

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