Wie behauptet eine Testredaktion ihre Autorität, wenn Online-Bewertungen und Influencer die Kaufberatung übernehmen? Julia Bönisch, Vorständin von Stiftung Warentest, spricht über Bekanntheit und Vertrauen als Fundament einer starken Medienmarke, konsequente Unabhängigkeit als Systemprinzip und die neue Markenarchitektur rund um das rote Logo. Julia Bönisch definiert eine starke Medienmarke über Bekanntheit und Vertrauen – und belegt beides mit Zahlen: 93 Prozent der Deutschen kennen Stiftung Warentest, 78 Prozent vertrauen ihr stark oder sehr stark, mehr als jeder Zweite zieht die Testergebnisse vor Anschaffungen heran. Klassische Werbung braucht es dafür nicht: Der Nutzwert der Tests liege so offen zutage, dass andere Medien sie ständig aufgreifen und die Marke so kostenlos Reichweite gewinnt. Fundament dieser Glaubwürdigkeit ist für Bönisch die im System angelegte Unabhängigkeit – Einnahmen allein von Verbrauchern, keine Werbung, kein Verleger, seit 2024 keine Staatsgelder. Statt jung wolle die „Ewigkeitsstiftung" zeitlos sein; ihre Relevanz zeige sich im Ernstfall, etwa bei Kindersitzen ohne Seitenaufprallschutz. Wie viel Sorgfalt dahintersteckt, macht sie an den Prozessen fest: anonymer Einkauf im Handel, über 1.000 Waschladungen pro Waschmaschine, Prüfzeiten von bis zu einem Jahr. Ausführlich schildert Bönisch zudem den Markenrelaunch Anfang 2025, mit dem das rote Logo zur Dachmarke erhoben und die zuvor uneinheitliche Architektur auf einen klaren Kern zentriert wurde: Stiftung Warentest.
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