• Wenn dir der Draht aus der Mütze fliegt – Der Körperseufzer für große Gefühle | 24
    Oct 13 2026

    Manchmal ist dein Körper einfach schneller als dein Kopf.

    Du bekommst eine Nachricht und merkst schon bei der ersten Zeile, wie dir heiß wird. Ein Gespräch steht an und dein Magen übt bereits am Vorabend den Ausnahmezustand. Oder dir nimmt ein sehr gepflegter älterer Herr die Vorfahrt – und du spürst, wie die Wut vom Bauch über die Brust direkt in den Kiefer wandert.

    So ungefähr war es bei mir.

    Und diesmal wollte ich ausprobieren, ob zwischen „runterschlucken“ und „explodieren“ vielleicht noch etwas anderes passt.

    In dieser Folge geht es deshalb um den Körperseufzer – eine ziemlich unspektakuläre Atemtechnik für Momente, in denen ein großes Gefühl gerade das Steuer übernehmen möchte.

    Ich zeige dir, wie er funktioniert, was dabei im Körper passiert und warum ein langes Ausatmen deinem inneren Security-Beauftragten ein anderes Signal geben kann als ein gut gemeintes „Jetzt beruhig dich doch mal!“.

    Und nein: Es geht nicht darum, Wut, Angst oder Aufregung wegzuatmen.

    Es geht darum, wieder ein kleines bisschen mehr Platz zwischen das Gefühl und das zu bekommen, was du als Nächstes tust.

    In dieser Folge erfährst du unter anderem:

    • wie der Körperseufzer funktioniert,

    • warum dein Körper manchmal längst Alarm geschlagen hat, bevor dein Kopf überhaupt weiß, was los ist,

    • warum „Beruhig dich!“ dann erstaunlich wenig beeindruckt,

    • und was passieren kann, wenn die erste große Gefühlswelle vorbei ist und plötzlich Scham um die Ecke kommt.

    Und natürlich erfährst du auch, wie die Geschichte mit dem gepflegten älteren Herrn ausgegangen ist.

    Nur so viel: Es sind keine Anime-Feuerbälle geflogen.

    Na ja. Fast keine. 😄

    Zum Weiterdenken:
    Wenn ein Gefühl sehr viel größer wird als der Moment: Woher kennst du dieses Gefühl?

    Die erwähnten Links und Studien zum Körperseufzer findest du hier:


    Stanford Medicine – gut verständliche Zusammenfassung: Erklärt Durchführung und Ergebnisse der Studie ohne Wissenschafts-Kauderwelsch.

    https://med.stanford.edu/news/insights/2023/02/cyclic-sighing-can-help-breathe-away-anxiety.html?utm_source=chatgpt.com


    Und wenn du tiefer einsteigen willst, hier die Originalstudie (2023): „Brief structured respiration practices enhance mood and reduce physiological arousal“ – hier wurde u. a. fünf Minuten tägliches „cyclic sighing“ über einen Monat mit anderen Atemübungen und Achtsamkeitsmeditation verglichen.

    https://hubermanlab.stanford.edu/publications/brief-structured-respiration-practices-enhance-mood-and-reduce-physiological-arousal?utm_source=chatgpt.com

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    22 mins
  • Was ist eigentlich normal? – Mit Jule über Arschengel, Gefühle und andere menschliche Eigenarten | 23
    Oct 6 2026
    Heute wird's persönlich, lustig und an einigen Stellen natürlich auch tiefgründig.Mein zweiter Interviewgast ist da: Jule vom Podcast „Kannste dir nicht ausdenken“. Und wir sprechen über genau die Dinge, die uns beide faszinieren:Was ist eigentlich normal?Viel fühlen? Schnell wütend werden? Barfuß durchs Leben laufen? Oder sich morgens auf dem Feldweg dabei erwischen, einem unfreundlichen Radfahrer in Gedanken einen Anime-Feuerball hinterherzuschießen?In dieser Folge ist Jule Kieseler zu Gast – Personal Trainerin, Ernährungsberaterin, Coach und Host des Podcasts „Kannste dir nicht ausdenken“.Und ziemlich schnell wird aus einem Gespräch über Gefühle eine kleine Reise durch all die Dinge, bei denen wir Menschen uns selbst und andere gern mal in Schubladen stecken.Wir sprechen darüber, warum Jule ihre vermeintliche „Heulsusigkeit“ heute nicht mehr loswerden möchte, warum Wut nicht automatisch etwas ist, das wir wegregulieren müssen, und warum es bei anderen oft viel leichter ist, verständnisvoll und gelassen zu bleiben als bei uns selbst.Es geht um Arschengel und Ungerechtigkeitsallergien, Menschen, die irgendwie anders sind, um das Bedürfnis dazuzugehören – und darum, wie schnell wir etwas für falsch oder merkwürdig halten, nur weil es außerhalb unseres eigenen Erfahrungshorizonts liegt.Und natürlich geht es auch um Jules großes Spezialgebiet: barfuß durchs Leben. Inklusive der wichtigen Erkenntnis, dass man Kuchen nicht mit den Füßen backen muss. 😄Vor allem aber geht es um etwas, das unsere beiden Podcasts verbindet: einen neugierigen Blick auf das, was Menschen tun – gerade dann, wenn es schräg, widersprüchlich oder nicht besonders souverän ist.Jule erzählt von den Dingen, bei denen wir erleichtert feststellen: Ach guck. Nicht nur ich.Und ich stelle fest, dass man ziemlich viel über innere Muster wissen kann – und mir trotzdem gelegentlich der Draht aus der Mütze fliegt.Zwei Menschen beobachten sich beim Menschsein.Mit Neugier, Tiefgang, Humor – und gelegentlich einem imaginären Feuerball.Denn all das ist nicht verrückt. Nur menschlich.HÖR UNBEDINGT IN JULEs PODCAST REIN!🎙️ „KANNSTE DIR NICHT AUSDENKEN" findest du hier:https://open.spotify.com/show/6UkpHpI4L57Mht8Jcld99W?si=8cabbc40b2964409Jule auf Instagram:https://www.instagram.com/personal_training_rostock/Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich wie immer über eine Bewertung, ein Abo oder wenn du den Podcast mit einem Menschen teilst, der manchmal auch denkt:„Was ist eigentlich normal?“Denn meistens lautet die Antwort: „Das alles ist ..."Nicht verrückt. Nur menschlich.Wenn du mich suchst, findest du mich auch hier:https://www.mellesiegfried.de/ Und wenn du einen ersten Schritt zurückzu dir selbst gehenwillst, findest du hier meinen 0€-Kurs „Spür dich wieder“⁠https://www.mellesiegfried.de/mini-modul/⁠ 1:1-Coaching -> KostenlosesKennenlerngespräch vereinbaren⁠https://www.mellesiegfried.de/kontakt/#buchung⁠ Instagram⁠https://www.instagram.com/mellesiegfried/⁠ Facebook⁠https://www.facebook.com/melle.siegfried⁠ LinkedIn⁠www.linkedin.com/in/melle-siegfried-b6550266⁠
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    33 mins
  • Was reg ich mich eigentlich so auf? – Über Wut, wunde Punkte und alte Geschichten| 22
    Sep 29 2026

    Ich sitze auf einem Supermarktparkplatz und sehe, wie ein junger Mann ganz entspannt auf einem Behindertenparkplatz parkt, in den Laden geht und mit einer Dose Cola wieder rauskommt.

    Und ich? Sitze im Auto und bin auf 180.

    So sehr, dass ich kurz darüber nachdenke, wie ich ihm einen reinwürgen könnte. Nicht meine glorreichste Stunde. 😅

    Die Wut hatte einen Grund. Auf einem Behindertenparkplatz zu parken, wenn man da nicht hingehört, ist rücksichtslos.

    Aber die Größe meiner Wut? Die hatte mit diesem Parkplatz nur noch bedingt zu tun.

    In dieser Folge geht es darum, wofür Wut eigentlich da ist, warum so viele von uns früh gelernt haben, sie wegzudrücken – und woran du merken kannst, ob deine Wut gerade wirklich zu diesem Moment gehört oder ob da noch etwas Älteres mit an Bord ist.

    Ich erzähle dir von „frischer“ und „alter“ Wut, von meinem persönlichen Detektorwort „Ach komm“ und davon, warum ausgerechnet dieser junge Mann mit seiner Cola zu meinem allerersten Arschengel wurde.

    Denn irgendwann habe ich mich gefragt:

    Was genau tut dieser Mensch eigentlich, das mich so auf die Palme bringt?

    Die Antwort war ziemlich eindeutig:

    „Der nimmt sich einfach, was ihm nicht zusteht.“

    Und genau da wurde es interessant.

    Denn ich hatte mir bis dahin oft nicht einmal genommen, was mir sehr wohl zustand.

    Wut ist nicht Schreien. Wut ist nicht Türenknallen. Und Wut ist nicht Gewalt.

    Wut ist erst einmal eine Information.

    Und manchmal lohnt es sich, ihr zuzuhören.

    Vier Fragen für den nächsten Moment, in dem es in dir hochkocht:

    1. Was ist mir hier gerade wichtig? Was wird verletzt?
      Mein Raum? Respekt? Meine Zeit? Eine Grenze? Ein Wert?


    2. Passt die Größe meiner Wut zu dem, was gerade passiert?
      Oder ist sie deutlich größer, bleibt länger oder dreht sich immer wieder im Kreis?


    3. Was genau tut dieser Mensch, das mich so auf die Palme bringt?
      Und vielleicht auch: Was nimmt er sich gerade raus, das ich mir selbst nicht erlaube?


    4. Was will meine Wut, was ich tue?
      Braucht es ein klares Nein? Einen Satz, den ich schon viel zu lange runterschlucke? Will ich gehen? Oder mir endlich etwas nehmen, das mir zusteht?

    Du musst diese Fragen übrigens nicht beantworten, während du innerlich noch kochst. Manchmal geht das erst später.

    Die Wut läuft dir nicht weg. Und die Antwort auch nicht.

    Denn deine Wut ist kein Charakterfehler.

    Sie ist eine Botschaft.

    Manchmal eine über den Moment. Manchmal eine über dich.

    Meine Wut darf inzwischen mit an den Tisch.

    Sie darf nur nicht allein entscheiden.



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    19 mins
  • „Beides war ich.“ – Über Zusammenbrechen, wieder aufstehen und neue Versionen von uns | 21
    Sep 22 2026
    Maria sitzt morgens auf dem Boden und denkt: Das war’s. Die Welt bricht zusammen.15 Minuten später steht sie auf und geht live auf Social Media.War das eine gespielt und das andere echt?Nein. Beides war Maria.Und damit sind wir ziemlich schnell bei einem meiner Lieblingsthemen gelandet: Wie viele verschiedene Versionen von uns können eigentlich gleichzeitig wahr sein?Für meine erste Interviewfolge habe ich Maria Alexiadou zu Gast. Wobei „Interview“ fast ein bisschen ordentlich klingt für das, was da zwischen uns passiert ist.Die Aufnahme war spontan. Am selben Morgen war eine Postkarte von mir von Marias Pinnwand gefallen. Und mitten im Gespräch stellt sie fest, dass wir ausgerechnet an dem Tag aufnehmen, an dem sie neun Jahre zuvor ihre 111 Intentionen (die ich ins Deutsche übersetzt habe) fertiggeschrieben hatte.Zufall? Nun ja. Maria hat dazu eine ziemlich klare Meinung. 😄Wir sprechen darüber, wie aus einem handgeschriebenen Notizbuch, das Maria jahrelang in ihrer Tasche mit sich herumtrug, das Buch „The Party of Life“ wurde. Über Manifestation, gute und ziemlich ungünstige Fragen – und darüber, warum man nicht immer genau wissen muss, wohin man will.Und wir sprechen über Marias eigenes Leben: Mit 20 zog sie der Liebe wegen nach Griechenland. Später lebte sie in Sofia, verließ nach 23 Jahren eine Beziehung und fand sich als alleinerziehende Mutter in einer fremden Stadt wieder. Ohne fertigen Plan. Aber mit einer Straßenkehrmaschine hinter sich, die eine Rückkehr offenbar nicht vorgesehen hatte.Du erfährst:• wie Maria innerhalb von drei Tagen 111 Intentionen niederschrieb• warum ausgerechnet dieses kleine Heft irgendwann ein Buch werden musste• weshalb die Fragen, die wir uns stellen, einen echten Unterschied machen• wie Maria sich nach einer langen Beziehung beruflich und persönlich neu erfand• warum Zusammenbrechen und Weitermachen kein Widerspruch sind• weshalb verschiedene Versionen eines Menschen gleichermaßen echt sein können• und welche Intention Maria heute ihrem jüngeren Ich mitgeben würdeDieses Gespräch handelt von Veränderung – aber nicht von der hübsch verpackten Sorte, bei der jemand einen mutigen Entschluss fasst und anschließend bei Sonnenaufgang selbstbestimmt über einen Strand läuft.Es geht auch um Schmerz, Wut und Zeiten, in denen das Leben nicht fragt, ob man gerade bereit für die nächste Version von sich ist. Und um diese kleine Stimme, die Maria selbst in ihrem größten Tief begleitet hat:Irgendetwas Gutes passiert gerade. Du kannst es nur noch nicht sehen.Frage zum Weiterdenken:Welche Version von dir hältst du vielleicht noch für „zu laut“, „zu viel“ oder unpassend?Und was wäre, wenn genau sie nicht kleiner werden muss, sondern endlich wieder Licht bekommen darf?Wenn dir unser Gespräch gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, bewertest oder die Folge mit einem Menschen teilst, der gerade selbst mitten in einer Neuerfindung steckt.Und hier findest du Marias Buch „THE PARTY of LIFE":https://shop.tredition.com/booktitle/The_Party_of_Life/W-537-734-498Bitte beachte, dass das Buch extra für dich gedruckt wird – book on demand – und dass die Lieferung deshalb ein paar Tage dauern kann. Das gilt auch, wenn du es bei Amazon bestellst. Lohnt sich aber. :DMaria auf Instagram:https://www.instagram.com/pimp_my_style/Mehr über mich und meine Arbeit findest du hier:⁠https://www.mellesiegfried.de/⁠ Und wenn du einen ersten Schritt zurück zu dir selbst gehenwillst, findest du hier meinen 0€-Kurs „Spür dich wieder“⁠https://www.mellesiegfried.de/mini-modul/⁠ Instagram⁠https://www.instagram.com/mellesiegfried/⁠ Facebook⁠https://www.facebook.com/melle.siegfried⁠ LinkedIn⁠www.linkedin.com/in/melle-siegfried-b6550266⁠#NichtVerrücktNurMenschlich #Intention #Veränderung #Neuanfang #Manifestation #InnereAnteile
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    42 mins
  • „Boah, was für eine Tussi!“ – Projektion: Was wir in anderen sehen und was das über uns aussagt | 20
    Sep 15 2026

    Du siehst eine Frau, die sich zeigt, Raum einnimmt, sich sexy findet – und denkst: „Boah, was für eine Tussi.“

    Was weißt du jetzt über diese Frau?

    Erstaunlich wenig.

    Aber möglicherweise lernst du einiges über dich.

    In dieser Folge geht es um Projektion – und um die Frage, was passiert, wenn etwas in uns berührt wird, wir es aber beim anderen verorten.

    Dabei ist mir eines besonders wichtig: Nicht alles, was dich an anderen stört, ist automatisch dein eigenes Thema. Menschen können sich tatsächlich respektlos, egoistisch oder verletzend verhalten. Und gleichzeitig kann ihr Verhalten etwas Eigenes in dir berühren.

    Du erfährst:

    • was Projektion eigentlich bedeutet – und warum sie so schwer zu erkennen sein kann
    • warum wir Gefühle oder Eigenschaften manchmal sehr deutlich bei anderen wahrnehmen, aber kaum bei uns selbst
    • was Carl Gustav Jungs „Schatten“ damit zu tun hat
    • warum der Satz „Das ist doch nur deine Projektion“ ziemlich problematisch werden kann
    • wie die Formulierung „Ein Teil von mir …“ helfen kann, auch unangenehme Gefühle überhaupt erst wahrzunehmen
    • warum es sich lohnt, zwischen dem, was tatsächlich passiert, und unserer Interpretation eine kleine Pause zu machen


    Und ich korrigiere in dieser Folge auch etwas, das ich in der letzten Folge gesagt habe. Denn zu behaupten, jemand habe „nur etwas Eigenes auf mich projiziert“, kann ziemlich schnell bedeuten, dass ich genau das tue, worüber wir hier sprechen: Ich behaupte zu wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht.

    Frage zum Weiterdenken:

    Wenn du in den nächsten Tagen ganz genau zu wissen glaubst, was ein anderer Mensch denkt, fühlt oder beabsichtigt, frag dich einmal:

    Woher weiß ich das eigentlich?

    Was hat der andere tatsächlich gesagt oder getan – und was passiert dabei in mir?


    Und noch etwas ist neu: Ab der nächsten Folge gibt es bei „Nicht verrückt, nur menschlich“ auch Gespräche und Interviews. Den Anfang macht Maria. Wir sprechen darüber, wie viele verschiedene Versionen eines Menschen eigentlich in ein einziges Leben passen – und ob sie trotzdem alle echt sein können.


    Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, bewertest oder mit einem Menschen teilst, für den sie gerade interessant sein könnte.



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    #NichtVerrücktNurMenschlich #InnereMuster #Projektion #Selbstreflexion

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    17 mins
  • Was ist eigentlich Trauma? – Und warum das Ereignis nicht alles erklärt | 19
    Sep 8 2026

    Über Trauma wird heute so viel gesprochen wie vermutlich noch nie.

    Bindungstrauma, Entwicklungstrauma, Schocktrauma, PTBS – und bei vielem, was wir darüber lesen oder hören, denken wir vielleicht: Moment mal. Trifft das auf mich zu?

    Aber wann ist eine schmerzhafte oder überfordernde Erfahrung eigentlich ein Trauma?

    Und müssen wir das überhaupt immer wissen?

    In dieser Folge geht es darum, warum nicht allein entscheidend ist, was uns passiert ist, sondern auch, wie wir es erlebt haben, welche Möglichkeiten wir in diesem Moment hatten – und was davon in uns zurückgeblieben ist.

    Ich erzähle von einer ziemlich lustigen Kindheitsgeschichte, die mit einer Ligusterhecke beginnt und mit einer riesigen Frottee-Unterhose endet. Und von einem Satz, der damals etwas in mir hinterlassen hat, das erst Jahrzehnte später wieder aufgetaucht ist.

    Außerdem geht es um:

    • warum Co-Regulation einen Unterschied machen kann, wenn uns etwas überwältigt
    • Gabor Matés Gedanken zu Trauma und dem Alleinbleiben mit einer Erfahrung
    • warum Trigger wie ein Finger auf einer noch wunden Stelle sein können
    • Bindungs- und Entwicklungstrauma und die Anpassungen, die daraus entstehen können
    • warum wir nicht in unserer Vergangenheit nach einem vermeintlich verschütteten Trauma suchen müssen
    • und warum wir keine fertige Erklärung brauchen, um ernst zu nehmen, wenn sich etwas in uns wund anfühlt


    Die Frage zum Mitnehmen:

    Nicht: „Was ist mir passiert?“
    Sondern: „Was spüre ich, was da heute noch in mir wirkt?“

    Wenn du merkst, dass dich Gefühle oder Reaktionen immer wieder stark überwältigen, hol dir bitte Unterstützung bei einer psychotherapeutischen Fachperson oder jemandem mit entsprechender traumatherapeutischer Qualifikation. Dieser Podcast dient der Information und Reflexion und ersetzt keine psychotherapeutische Beratung oder Behandlung.

    Zum Weiterhören:
    In der Folge erwähne ich das Gespräch von Mel Robbins mit Dr. Gabor Maté. Den Link zum vollständigen Gespräch findest du hier:

    [LINK ZUR MEL-ROBBINS-FOLGE]

    Die konkrete Passage mit Mel Robbins’ Kindheitserlebnis beginnt ungefähr bei 56 Minuten.



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    24 mins
  • „Aber ich hatte doch eine schöne Kindheit.“ – Was wir trotzdem mitnehmen | 18
    Sep 1 2026

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an meiner Kindheit liegt. Ich hatte eine total harmonische, schöne Kindheit.“

    Diesen Satz höre ich in meinen Sessions ziemlich oft.

    Und meine Antwort darauf ist meistens:

    Ja. Das glaube ich dir sofort.

    Denn eine schöne Kindheit und die Tatsache, dass wir aus ihr bestimmte Muster mitgenommen haben, schließen sich überhaupt nicht aus.

    Ich hatte selbst eine schöne Kindheit. Meine Eltern haben sogar sehr bewusst versucht, manches anders zu machen als ihre eigenen Eltern.

    Und trotzdem gab es Dinge, für die ihnen schlicht ein anderes Kompetenzmuster fehlte.

    In dieser Folge erzähle ich dir, warum ich als Kind als unglaublich pflegeleicht, fröhlich und ausgleichend galt – und weshalb ich gleichzeitig ziemlich auf der Hut war, bloß nicht unbequem zu sein.

    Warum ich mein Taschengeld von Klassenfahrten bis auf den letzten Pfennig wieder mit nach Hause brachte.

    Und warum ich Jahrzehnte später an einer Raststätte plötzlich richtig sauer auf ein paar Kinder wurde, die sich völlig unbekümmert Chips, Cola und Schnökerkram kauften.

    Denn Kinder lernen nicht nur durch das, was Eltern ihnen erklären.

    Sie beobachten.

    • Wie wird mit großen Gefühlen umgegangen?
    • Was passiert bei Hilflosigkeit?
    • Wie wird über Geld gesprochen?
    • Welchen Stellenwert haben Leistung und Pausen?

    Und manchmal übernehmen wir daraus etwas, ohne überhaupt zu merken, dass wir gerade etwas lernen.

    In dieser Folge geht es auch darum, warum es beim Blick zurück nicht darum geht, Schuldige zu finden – und warum „Sie haben es doch nur gut gemeint“ genauso wenig weiterhilft.

    Denn wir tragen heute nicht die Verantwortung dafür, was damals passiert ist.

    Aber wir können Verantwortung dafür übernehmen, wie wir heute mit dem umgehen, was es in uns hinterlassen hat.


    Eine Frage zum Mitnehmen:

    Was galt bei euch zu Hause einfach als normal?

    Nicht: Was haben meine Eltern falsch gemacht?

    Sondern:

    Was hast du immer wieder gesehen, gehört oder erlebt – und was hast du vielleicht daraus gelernt, obwohl es dir niemals jemand ausdrücklich beigebracht hat?

    Manchmal ist die spannendste Erkenntnis:

    „Ach krass. Ich dachte immer, das wäre einfach so.“


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    18 mins
  • „Ich habe Angst, diese Prüfung nicht zu überleben.“ – Wenn eine Reaktion plötzlich Sinn ergibt | 17
    Aug 25 2026

    „Ich habe Angst, diese Prüfung nicht zu überleben.“

    Das sagte eine Klientin zu mir, kurz vor ihrem letzten Staatsexamen. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits Lehrerin.

    Und sie übertrieb nicht: Ihre Prüfungsangst war so massiv, dass sie mehrfach ohnmächtig geworden war, wenn jemand auch nur eine Probeprüfung vorgeschlagen hatte.

    Die naheliegende Erklärung schien schnell gefunden. Sie hatte als Jugendliche heftige Erfahrungen in der Schule gemacht.

    Fall gelöst?

    Nein.

    Und auch ihre eigene Geschichte hatte sie längst intensiv aufgearbeitet – unter anderem in sechs Jahren Psychoanalyse. Sie hatte viel verstanden, eingeordnet und nach eigener Aussage den Menschen in ihrer Geschichte vergeben.

    Nur eine entscheidende Verbindung kannte sie noch nicht.

    Und als die in unserer Session sichtbar – und vor allem fühlbar – wurde, bekam plötzlich sogar ihr Satz „Ich habe Angst, diese Prüfung nicht zu überleben“ eine völlig neue Bedeutung.

    In dieser Folge geht es darum,

    • warum wir manchmal viel heftiger reagieren, als eine aktuelle Situation eigentlich erklären würde

    • weshalb Verstehen allein nicht immer bedeutet, dass eine alte emotionale Verbindung gelöst ist

    • wie eine Reaktion, die vollkommen überzogen erscheint, plötzlich nachvollziehbar werden kann

    • warum unser heutiges Erleben manchmal einer Logik folgt, die wir noch gar nicht kennen

    • und weshalb die Frage „Warum bin ich so?“ oft gar nicht besonders hilfreich ist

    Und natürlich erzähle ich dir, wie es mit meiner Klientin und ihrem Staatsexamen weiterging – inklusive ihres Anrufs kurz vor der Prüfung:

    „Jetzt habe ich Angst, weil ich keine Angst mehr habe.“


    Eine Frage zum Mitnehmen:

    Wenn dich das nächste Mal etwas ungewöhnlich stark trifft, versuch nicht sofort, deine Reaktion wegzumachen oder dir eine Erklärung dafür zusammenzubauen.

    Frag dich stattdessen:

    Was fühle ich gerade – und was daran fühlt sich für mich so gefährlich an?

    Sei gespannt, welche Antwort du bekommst.

    Denn manchmal ist unsere Reaktion nicht falsch oder völlig überzogen.

    Vielleicht kennen wir nur ihre Logik noch nicht.



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    #Prüfungsangst

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