„Da kommt nichts mehr" — Uta über plötzlichen Hörverlust und fünf Wochen Hoffnung
Uta ist 51, kommt aus Esslingen, leitet ein Team im Jugendamt und arbeitet nebenbei als Kinderwunschberaterin. Vor drei Jahren, mit 48, verlor sie von heute auf morgen das Gehör auf einem Ohr. Die Ursache: eine ganz normale Mittelohrentzündung. Die Entzündung war so stark, dass sie Gehör, Trommelfell und Gleichgewichtsorgan zerstörte.
Ein Satz eines Arztes hat sich eingebrannt: „Da kommt nichts mehr."
In dieser Folge erzählt Uta, wie es ihr in dem halben Jahr bis zum Cochlea-Implantat ging. Sie dachte zuerst, so schlimm sei das doch nicht — sie habe ja noch ein gutes Ohr. Dann kam die Erschöpfung, die sie nie erwartet hätte. Abends nach der Arbeit ging nichts mehr, Restaurants und Partys wurden unmöglich.
Besonders bewegend fand ich ihren Umgang mit der Wartezeit. Nach der OP sagte ihr Arzt, es sei nicht klar, ob sie mit dem Implantat überhaupt hören könne — es habe Komplikationen gegeben. Und dann: „Aber es gibt immer noch die Hoffnung." Aus diesem Satz machte Uta fünf Hoffnungswochen. Jeden Tag ein Zitat, ein Bild, ein Vers in ihrem WhatsApp-Status. Irgendwann schickten ihr Freunde eigene Hoffnungsbilder zurück.
Aus dieser Zeit ist ein Buch entstanden: „Hören verloren und Hoffnung gefunden."
Wir sprechen auch über etwas, das Uta erst durch ein Coaching gelernt hat: dass sie trauern darf. Vorher hat sie sich gesagt, stell dich nicht so an, andere haben Krebs, es ist doch nur ein kleines Ohr. Erst als sie den Verlust als Verlust anerkannte, wurde die Akzeptanz möglich.
Was Dich in dieser Folge erwartet:
- Wie eine Mittelohrentzündung drei Organe zerstören kann
- Leben mit nur einem Gleichgewichtsorgan — und was der Körper ausgleichen kann
- Warum die Erschöpfung bei einseitiger Ertaubung so unterschätzt wird
- Der Zeitdruck bei Entzündungen: Warum die OP schnell passieren muss
- Utas fünf Hoffnungswochen und was daraus wurde
- Trauern dürfen: Warum „stell dich nicht so an" der falsche Weg ist
- Der Moment der Erstaktivierung nach fünf Wochen Ungewissheit
- Warum Hörtraining bei einseitiger Versorgung besonders wichtig ist
- Utas Buch und warum sie es zunächst nicht veröffentlichen wollte
- Was sie sich von der Gesundheitspolitik wünscht
Utas Buch: „Hören verloren und Hoffnung gefunden"
Utas Engagement: Sie ist Ansprechpartnerin der Selbsthilfe für einseitige Ertaubung in Baden-Württemberg
Erwähnte Hörtrainings: Schallwelle, Soundstep — eine Übersicht findest Du im Hörwiki
🆕 Tipps & Tricks zum Download: Zu jeder Folge gibt es die wichtigsten Erkenntnisse als kompakte PDF-Seite — hier holen: unsichtbarchronisch.de/podcast-lp
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